Koloniale Erfahrungen wirken bis heute fort.
Sie prägen die gegenwärtigen Machtverhältnisse, unsere Vorstellungen und Weltbilder. Rassismus hat sich dabei tief in unsere Gesellschaft eingeschrieben, in unsere Sprache und unsere Wahrnehmung, wie wir die Welt sehen, verstehen, erklären und beschreiben. Vor und nach der „Wende“ schien es in allen Teilen Deutschlands einen immer wieder herausgeforderten, aber mehrheitsfähigen Konsens zu geben, dass die Abgrenzung und unbedingte Ablehnung von NS-Ideologie, Rassismus und Antisemitismus Vorausetzungen für eine demokratische und moderne Gesellschaft seien.
Gleichzeitig fehlte und fehlt bis heute eine umfassende Auseinandersetzung mit Kontinuitäten, Formen und Funktionsweisen von Rassismus und Antisemitismus.