Tarifeinigung erzielt!

Tarifrunde 2022 bei der ASB Lehrerkooperative

In der Tarifauseinandersetzung zwischen den Gewerkschaften GEW und ver.di mit der ASB Lehrerkooperative gGmbH in Frankfurt haben sich am Donnerstag, den 29. September 2022, beide Seiten nach intensiven und langen Verhandlungen auf ein Tarifergebnis verständigt.
 

Damit ist sichergestellt, dass das Gehaltsniveau bei der ASB Lehrerkooperative spätestens im Oktober 2024 das Niveau des TVöD im kommunalen Bereich erreicht. Das gilt auch für die Beschäftigten in der Verwaltung. Für die Erzieher:innen bei der ASB Lehrerkooperative heißt das, dass sie ab diesem Zeitpunkt so wie die Kolleg:innen bei der Stadt Frankfurt, nämlich nach Entgeltgruppe S8b bezahlt werden (wobei günstigere Regelungen bei der Jahressonderzahlung u.a. verrechnet werden).
 

Für 2022 haben sich die Tarifvertragsparteien auf die Übernahme des Verhandlungsergebnisses bei den Kommunen in der SuE-Runde 2022 geeinigt. Die wichtigsten Punkte:
 
  • Erzieherinnen und Erzieher sowie sonstige Beschäftigte im SuE-Bereich (außer Leitungen) erhalten rückwirkend zum 1. Juli 2022 die SuE-Zulage in Höhe von 128,33 Euro monatlich (Teilzeit anteilig) bzw. 177,69 Euro für Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen in entsprechender Tätigkeit.
  • Die Tabellenentgelte der Leitungen im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes werden rückwirkend zum 1. Juli 2022 auf das TVöD-Niveau angehoben.
  • Rückwirkend zum 1. Juli 2022 wir eine pauschale Zulage für Praxisanleiter:innen in Höhe von 70 Euro gezahlt.
  • Die Beschäftigten – auch im Bereich der Verwaltung  – erhalten zwei zusätzliche Regenerationstage (bei einer 5- und 4-Tagewoche). Diese Regenerationstage sollen dort, wo es möglich ist, in den kommenden Jahren als zusätzliche Schließtage umgesetzt werden.
     
Weitere Festlegungen für 2023 und 2024:
 
  • Zum 1. Oktober 2024 werden die Stufenlaufzeiten (wie im SuE-Bereich der Kommunen) verkürzt, die volle Angleichung an das Bezahlniveau des TVöD für alle Beschäftigten wird vorgenommen. Damit ist endlich eine langwierige Forderung der Gewerkschaften erfüllt.
  • Wichtig für die Gewerkschaften war darüber hinaus die Verständigung darüber, dass die Beschäftigten der ASB Lehrerkooperative im kommenden Jahr automatisch dieselbe Erhöhung der Entgelttabellen erhalten wie die Beschäftigten bei den Kommunen. Diese „dynamische Bezugnahme“ stellt jetzt schon sicher, dass die Beschäftigten bei der ASB LK in einer schwierigen wirtschaftlichen und tarifpolitischen Situation nicht erneut Boden zum TVöD-Niveau verlieren.
  • Zudem wurden neue Regelungen zur Eingruppierung von (stellvertretenden) Leitungen im Kita-Bereich und zu den vermögenswirksamen Leistungen getroffen. Diese Neuregelungen treten am 1. Januar 2023 in Kraft.  Keine Einigung konnte im Bereich des Ganztages erzielt werden. Hier bleibt es bei den derzeitigen Eingruppierungsregelungen, die durch Übergangsregelungen ergänzt wurden.
  • Darüber hinaus haben sich beide Seiten auf einen gesonderten Tarifvertrag zu den Arbeitsbedingungen der Auszubildenden geeinigt, der sich ebenfalls an den entsprechenden Tarifverträgen im öffentlichen Dienst orientiert.
     

Die Tarifkommission hat das Ergebnis in ihrer Sitzung am 29. September 2022 angenommen. Für beide Seiten gilt noch ein Gremienvorbehalt, der am 21. Oktober 2022 ausläuft.