Tarifabschluss in Hessen: „Endlich bekommen die Kolleg:innen mehr Gehalt!“

Neuer Tarifvertrag für Tarifbeschäftigte des Landes Hessen

Die Gewerkschaften und das Land Hessen haben sich heute in Bad Homburg auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 55.000 hessischen Tarifbeschäftigten des Landes geeinigt (TV-H). Vereinbart wurde eine Inflationsausgleichzahlung von insgesamt 3.000 Euro, die in drei gleichen Teilen voraussichtlich im April (spätestens im Mai), im Juli und im November ausgezahlt wird. Die Tabellenwerte werden zum 1. Februar 2025 um 200 Euro und zum 1. August 2025 nochmals um 5,5 Prozent erhöht. Die Laufzeit beträgt 24 Monate bis zum 31. Januar 2026. Für studentische Beschäftigte werden zum Sommersemester die Mindestentgelte auf 13,46 Euro pro Stunde festgelegt, die im Jahr 2025 auf 14,20 Euro pro Stunde erhöht werden. Die Jahressonderzahlung steigt von knapp 55 auf 60 Prozent (für die Entgeltgruppen 9a und höher) bzw. von rund 82 auf 90 Prozent (EG 1 bis 8).


Thilo Hartmann, Vorsitzender der hessischen GEW und GEW-Verhandlungsführer, kommentierte den Tarifabschluss kurz nach den Verhandlungen folgendermaßen:

Endlich bekommen die Kolleg:innen mehr Gehalt. Das Land hat mit diesem Tarifabschluss den Anschluss an den öffentlichen Dienst bei Bund, Ländern und Kommunen gehalten. Mit der Verbesserung bei der Jahressonderzahlung liegt Hessen auf mittlere Sicht sogar etwas über dem Abschluss in den anderen Bundesländern.“ Das sei nicht nur erfreulich für die Beschäftigten, sondern mache den hessischen Landesdienst attraktiv für zukünftige Arbeitnehmer:innen. „Auch die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamt:innen und Versorgungsempfänger:innen ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung“, sagte Hartmann.

 

Im Durchschnitt werden die Tabellenwerte durch diesen Tarifabschluss um 10,8 Prozent angehoben. "Die hohe Streikbeteiligung der Kolleg:innen hat also Wirkung gezeigt“, konstatierte Hartmann.

 

Simone Claar, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen, sagte zu den Verbesserungen im Hochschulbereich:

Besonders erfreulich ist, dass wir in die Tarifeinigung endlich verbindliche Regelungen zur Schaffung von mehr unbefristeter Beschäftigung an Hochschulen aufnehmen konnten. Damit werden bis 2030 400 Dauerstellen geschaffen. Das ist ein echter Fortschritt, der uns bisher in keinem anderen Tarifbereich des öffentlichen Dientes gelungen ist. Darüber hinaus konnten wir verbindliche Regelungen für studentische Beschäftigte vereinbaren. Wir haben die Mindestvertragslaufzeit mit 12 Monaten fixiert." Dies stelle einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer Aufnahme dieser großen Beschäftigtengruppe in den Tarifvertrag dar. „Wir freuen uns über die erreichten Verbesserungen. Allerdings stellen wir fest, dass der nächste logische Schritt die Einbeziehung der Hilfskräfte in den TV-H sein muss“, so Claar abschließend.