Frankfurt: Rund 300 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, Ausbilder:innen und Unterstützer:innen haben am Samstag auf dem Frankfurter Opern Platz gegen die Verschlechterung in der hessischen Lehrkräfteausbildung demonstriert. Unter dem Motto „Für eine qualitative Ausbildung von Lehrkräften“ forderten sie ein Ende der Kürzungspolitik und bessere Ausbildungsbedingungen.
Im Mittelpunkt der Kritik stand der massive Kahlschlag in der Lehrkräfteausbildung: Einstellungsstopp an Studienseminaren, deutliche Arbeitszeitverdichtung, geplante Schließungen von Fortbildungsstätten sowie die beabsichtigte Kürzung des Vorbereitungsdienstes. Besonders betroffen sind Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiV) und ihre Ausbilder:innen, ausgerechnet in einer Zeit, in der in Hessen mehr als 10.000 ausgebildete Lehrkräfte fehlen. „Wer an der Ausbildung spart, spart am Unterricht der Kinder“, so die zentrale Botschaft der GEW Hessen. Die Gewerkschaft kritisiert die Sparpolitik der Landesregierung als kurzsichtig und fordert Investitionen statt weiterer Einschnitte.
„Die Demonstrierenden haben heute klargestellt, wie groß der Druck im Vorbereitungsdienst ist“, erklärte Simone Claar, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen. „Gute Schule braucht gut ausgebildete Lehrkräfte und dafür braucht es Zeit, Qualität und verlässliche Rahmenbedingungen statt Kürzungen.“
Auch Lehrkräfte, die den Vorbereitungsdienst aktuell durchlaufen, meldeten sich zu Wort. Jonathan Lehnert betonte: „Wir wollen gute Lehrkräfte werden. Aber dafür brauchen wir eine Ausbildung, die uns stärkt und nicht immer mehr Hürden bereithält.“
Die GEW Hessen fordert die Rücknahme der Arbeitszeitverdichtung, die Aufhebung des Einstellungsstopps sowie den Erhalt eines mindestens 21-monatigen Vorbereitungsdienstes. Zudem brauche es eine faire Bezahlung, moderne Ausbildungsbedingungen und den Ausbau der Fortbildung. Die Gewerkschaft kündigte an, ihren Protest fortzusetzen.
„Die aktuellen Kürzungen sind keine zwangsläufige Folge knapper Haushaltsmittel, sondern Ausdruck politischer Prioritätensetzung. Statt in die Zukunft des Bildungssystems zu investieren, werden Einsparungen auf dem Rücken von Lehrkräften in Ausbildung und Schüler:innen vorgenommen“, sagte Simone Claar abschließend. Die GEW Hessen fordert daher eine klare Umsteuerung hin zu einer nachhaltigen und ausfinanzierten Bildungspolitik.
Für die Perspektive der LiV verlinken wir hier eine Stellungnahme, die auf der Personalversammlung von Gymnasial-LiV entstanden ist. Um Rückschlüsse auf Einzelpersonen zu vermeiden, wurde die Stellungnahme anonymisiert.