Frankfurt: Rund 1.300 Landesbeschäftigte und Beschäftigte des Universitätsklinikum Gießen-Marburg haben heute in Marburg und Darmstadt an den Warnstreikaktionen teilgenommen. Sie unterstützen die Forderungen der Gewerkschaften und forderten Innenminister Poseck auf, endlich ein gutes Angebot vorzulegen.
Die GEW rief ihre beim Land beschäftigten Mitglieder im Landkreis Marburg-Biedenkopf, im Landkreis Gießen, in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg und die studentischen Beschäftigten in Mittelhessen und Darmstadt zum Streik auf. Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, hob die Bedeutung von guten Tarifabschlüssen hervor: „Die Beschäftigten haben heute klar gezeigt, was sie von der Blockadehaltung des Innenministers halten: gar nichts! Gerade in Anbetracht der wirtschaftlichen Unsicherheit und der im Zuge des Irankriegs gestiegenen Energiepreise muss der Innenminister schnell ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen“. Dass stattdessen in der letzten Verhandlungsrunde die Notwendigkeit von Tarifverträgen durch die Arbeitgeberseite in Frage gestellt wurde, da für manche Beschäftigten der gesetzliche Mindestschutz doch ausreiche, sei inakzeptabel. „Diese Aussage ist nicht nur eine Unverschämtheit. Sie ist eine offene Kampfansage und die lassen wir nicht unbeantwortet“.
Der Grund für diese Auseinandersetzung ist die Aufnahme der 12.000 studentischen Hilfskräfte in den Tarifvertrag Hessen. Aktuell verfügen sie über keinen Tarifvertrag der ihre Arbeitsbedingungen regelt. Die Gewerkschaften wollen dies ändern und die Aufnahme dieser Beschäftigtengruppe in den Tarifvertrag TV-Hessen erreichen. „Es kann nicht sein, dass das Land sich richtigerweise auf ein neues Tariftreue- und Vergabegesetz für die öffentliche Hand verständigt, dann aber selbst eine so große Beschäftigtengruppe der Willkür aussetzt“, kritisierte Thilo Hartmann.
Die dritte Verhandlungsrunde findet am 26. und 27. März 2026 in Seeheim-Jugenheim statt.
Die Forderungen der Gewerkschaften in dieser Tarifrunde sind: 7 Prozent mehr Lohn, aber mindestens 300 Euro monatlich mehr. Aufnahme der studentischen Beschäftigten in den TV-H. Außerdem erwartet die GEW die Anhebung der Jahressonderzahlung auf 100 Prozent.