Frankfurt: Die hessische Sozialministerin Heike Hofmann hat heute einen Maßnahmenkatalog zur Zukunft der Kitas vorgestellt. Die GEW Hessen kritisiert den abgeschwächten Fachkräfteschlüssel.
Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, sagte zu den vorgestellten Maßnahmen: „Dieses Kita-Paket ist allenfalls ein Päckchen. Es gibt keine Antwort auf zentrale Probleme im System der frühkindlichen Bildung. Die Qualität pädagogischer Arbeit leidet. Auch die geplanten Finanzspritzen verpuffen, wenn die Kommunen nicht dauerhaft auskömmlich finanziell unterstützt werden.“ Mit der geplanten Erhöhung des Anteils nicht pädagogischer Fachkräfte von 25 Prozent auf nun 30 Prozent arbeite dann in Zukunft fast jede dritte Person in einer Kita ohne eine angemessene pädagogische Ausbildung. Die von der Sozialministerin angekündigte Finanzierung von „Kita-Assistenzen“, die nicht-pädagogische Aufgaben in der Kita wahrnehmen sollen, bewerte die GEW Hessen ebenfalls kritisch: „Abgesehen davon, dass sich pädagogische von nicht-pädagogischen Tätigkeiten mitunter nur sehr schwer abgrenzen lassen, besteht beim aktuellen Fachkräftemangel die große Gefahr, dass Assistenzkräfte dann in der Not doch im Gruppendienst eingesetzt werden.“
Ein guter Weg wird aus Sicht der Bildungsgewerkschaft bei der Anerkennung von ausgebildeten Sozialmanager:innen für den Leitungsdienst eingeschlagen. Doch müsse dringend darauf geachtet werden, dass diese zukünftig auch tatsächlich nur Leitungsaufgaben wahrnehmen und nicht in der unmittelbaren pädagogischen Arbeit tätig werden.