Wiesbaden: Nach Ansicht von drei Schulleitungsverbänden, dem Grundschulverband und der GEW Hessen leidet die schulische Bildung in Hessen unter einem massiven Mangel an Ressourcen. Sie fordern das Kultusministerium auf, gemeinsam mit allen relevanten bildungspolitischen Akteuren auf Basis eines ergebnisoffenen Dialogprozesses die bestehenden Probleme zu lösen.
Der Lehrkräftemangel sowie die hohe Zahl von nicht besetzten Schulleitungsstellen sind laut der sechsten Frankfurter Erklärung die zentralen Probleme im Schulbereich. Um das zukünftig erforderliche qualifizierte Personal zu gewinnen, müsse die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte und der Schulleitungen reduziert werden. Dazu gehöre die Herstellung einer echten Multiprofessionalität z.B. durch mehr IT-Spezialist*innen und Schulpsycholog*innen. Die Digitalisierung an den Schulen sei insbesondere deshalb problematisch, weil das erforderliche Fachpersonal für den technischen Support fehle.
Um in allen Lehrämtern die erforderliche Zahl an ausgebildeten Lehrkräften vorhalten zu können, solle sich die Landesregierung für einen Staatsvertrag einsetzen, der bundesweit verbindliche Ausbildungsquoten festschreibt. Außerdem wird gefordert, für befristet beschäftigte Lehrkräfte ohne abgeschlossene Lehramtsausbildung klare Qualifizierungswege zu schaffen, um diesen eine langfristige berufliche Perspektiven zu bieten. Weitere Forderungen beziehen sich auf die Beseitigung des Investitionsstaus im Schulbereich und ausreichende finanzielle Mittel sowohl für eine gelingende Inklusion als auch für die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung an den Grundschulen ab dem kommenden Schuljahr.
Insgesamt sehen die unterzeichnenden Organisationen in ihrer Erklärung die flächendeckende Erfüllung des Bildungs- und Erziehungsauftrags der hessischen Schulen als zunehmend gefährdet. Deshalb soll das Kultusministerium „einen transparenten und ergebnisorientierten Dialogprozess initiieren, der unter Einbezug von Lehrkräften, Schulleitungen, Schulaufsicht, Lernenden, Eltern sowie aller relevanten Gewerkschaften und Fachverbände konkrete Lösungen entwickelt.“ Ziel müsse es sein, die Rahmenbedingungen für schulisches Arbeiten spürbar und nachhaltig zu verbessern, Bildungsungleichheiten aktiv abzubauen und Schulen in ihrer pädagogischen, demokratischen und gesellschaftlichen Verantwortung zu stärken.
Download der 6. Frankfurter Erklärung
Die sechste Frankfurter Erklärung wird von den folgenden Verbänden getragen:
- Arbeitsgemeinschaft der Direktorinnen und Direktoren an den beruflichen Schulen und den Studienseminaren für die beruflichen Schulen (AGD),
- Arbeitskreis der Direktorinnen und Direktoren hessischer Gesamtschulen (AK Gesamtschulen),
- Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen (GEW),
- Grundschulverband, Landesgruppe Hessen,
- Interessenverband Hessischer Schulleitungen (IHS).