Im Tarifkonflikt mit dem Land Hessen steht ein verhandlungsfähiges Angebot des Landes Hessen nach wie vor aus. „Das Land ist in der Verantwortung, endlich ein Angebot vorzulegen“, forderte Thilo Hartmann, Vorsitzender und Verhandlungsführer der GEW Hessen. Die Einkommensentwicklung blieb bei den Tarifverhandlungen am Montag und Dienstag in Dietzenbach allerdings ausgeklammert. Aber auch bei anderen wichtigen Fragen, die in Dietzenbach Thema waren, sieht die GEW wenig Willen zur Einigung seitens des Landes.
Besonderer Streitpunkt: Für die 12.000 studentischen Hilfskräfte in Hessen gilt bisher kein Tarifvertrag, der ihre Arbeitsbedingungen regelt. Die Gewerkschaften wollen dies ändern und die Aufnahme dieser Beschäftigtengruppe in den Tarifvertrag TV-Hessen erreichen. „Es kann nicht sein, dass das Land sich richtigerweise auf ein neues Tariftreue- und Vergabegesetz für die öffentliche Hand verständigt, dann aber selbst eine so große Beschäftigtengruppe der Willkür aussetzt“, kritisierte Thilo Hartmann. „Bei dieser Frage mauert sich das Land völlig ein. Die Vertreter:innen der Arbeitgeberseite waren nicht in der Lage zu erklären, warum sie einen Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte verweigern. Heute wurde klar: Argumente dafür gibt es nicht, vielmehr will die Arbeitgeberseite einfach keinen Tarifvertrag haben.“
Die GEW kommt zu dem Schluss, dass ohne Druck der Beschäftigten sich die Landesregierung nicht bewegen wird. Die GEW ruft daher bereits ab dieser Woche zu einem Warnstreik am Freitag, den 13. März 2026, in Wiesbaden auf. Weitere Warnstreiks an verschiedenen Orten in Hessen folgen in den nächsten Wochen vor der dritten Verhandlungsrunde. Diese findet am 26. und 27. März 2026 in Seeheim-Jugenheim statt.
Die Forderungen der Gewerkschaften in dieser Tarifrunde sind: 7 Prozent mehr Lohn, aber mindestens 300 Euro monatlich mehr. Aufnahme der studentischen Beschäftigten in den TV-H. Außerdem erwartet die GEW die Anhebung der Jahresonderzahlung auf 100 Prozent.