Frankfurt: Der Anstieg von unbesetzten Schulleitungsstellen ist aus Sicht der GEW Hessen ein Beleg dafür, dass diese Positionen immer unattraktiver werden. Die GEW Hessen fordert die Landesregierung auf, endlich mehr Ressourcen für den Bildungsbereich bereitzustellen statt Kürzungen vorzunehmen.
Laut einer kleinen Anfrage von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN belief sich die Zahl der unbesetzten Schulleitungsstellen Ende Oktober 2025 auf 253. Ein Jahr zuvor waren 229 Stellen vakant, was einem Anstieg von rund zehn Prozent entspricht. Nach Einschätzung von Thilo Hartmann, dem Vorsitzenden der GEW Hessen, ist diese Entwicklung keine Überraschung: „Schulleitungen stehen im Vergleich zu anderen Berufsgruppen überdurchschnittlich hohen Arbeitsanforderungen gegenüber. Burnout-Symptome treten häufiger auf, auch wegen der nachweislich hohen Arbeits- und geringen Erholungszeiten, die sich negativ auf die Gesundheit der Schulleitungen auswirken.“ Diese Ergebnisse gehen aus unserer Schulleitungsbefragung hervor, die wir in Kooperation mit der Freiburger Forschungsstelle für Arbeitswissenschaften im vergangenen Jahr durchgeführt haben. „Die Landesregierung hat seitdem nichts unternommen, um hieran etwas zu ändern. Ganz im Gegenteil: Sie hat die Arbeit der Schulleitungen weiter erschwert. Ein Beispiel ist der Entzug der Schulrücklagen, um den Landeshaushalt zu konsolidieren.“
Nach Ansicht von Hartmann sollte das Land Hessen als Arbeitgeber den Schulleitungskräften regelmäßig die Beteiligung an Belastungsstudien und gezielte Präventionsmaßnahmen anbieten. Ganz generell müssen die Ressourcen für Bildung gestärkt werden: „Die schlechte Ausstattung der Schulen ist ein wesentlicher Faktor für die hohe Arbeitsbelastung der Schulleitungen. Ganz konkret sind Entlastungsstunden für Leitungskräfte und zusätzliche Funktionsstellen sowie zusätzliches Verwaltungspersonal erforderlich. Notwendig ist zudem eine bessere Bezahlung, insbesondere im Bereich der Grundschulen. Überlange Arbeitszeiten sind nur möglich, weil die Arbeitszeit von Lehrkräften entgegen der gesetzlichen Vorschrift weiterhin nicht erfasst wird. Und nicht zuletzt muss die Landesregierung endlich weitreichende Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel ergreifen.“