Ganztagsangebote in Hessen gleichen einer Baustelle

GEW-Aktionen in Offenbach und Kassel

Frankfurt: Die GEW-Kreisverbände in Offenbach und Kassel haben jeweils eine Kundgebung unter dem Motto „Baustelle Ganztag“ abgehalten. Damit haben sie unter anderem die Forderungen für mehr qualifiziertes Personal, bessere räumliche Konzepte und eine solide finanzielle Ausstattung in die Öffentlichkeit getragen.

Mit verschiedenen Aktionen haben sie auf die vor Ort zu bewältigenden Probleme hingewiesen, vor die sich die Schulen gestellt sehen. Heike Ackermann, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen, unterstrich die Bedeutung gut geplanter Ganztagsangebote: „Zum nächsten Schuljahr beginnt der Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung an Grundschulen für die ersten Klassen. Doch die Schulen sind bisher unterschiedlich gut vorbereitet, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Vor allem das Kultusministerium hat zu lange die Hände in den Schoß gelegt. Nun mangelt es vielerorts an den benötigen Fachkräften ebenso wie an geeigneten Räumlichkeiten.“

Ab 1. August 2029 haben alle Schüler*innen der Klassen 1 bis 4 Anspruch auf täglich acht Stunden Unterricht und Betreuung in offenen und gebundenen Ganztagsschulen sowie in Horten. Ein großes Problem bei der Umsetzung bleibt laut „Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule 2022“ der Bertelsmann Stiftung jedoch der Personalmangel. Demnach werden rund 3.000 pädagogische Mitarbeiter*innen in Hessen mehr benötigt als voraussichtlich vorhanden. Damit die Ganztagsbetreuung in Hessen gelingen kann, hat die GEW 15 konkrete Forderungen für einen guten Ganztag aufgestellt.