GEW fordert 7 Prozent, mindestens 300 Euro monatlich mehr für die Landesbeschäftigten

Tarifrunde Hessen 2026 beginnt bald | Pressemitteilung

Frankfurt: Die DGB-Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes haben heute die Forderungen für die kommende Tarifauseinandersetzung bekannt gegeben. Die GEW Hessen fordert unter anderem 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch ein Plus von 300 Euro im Monat.

Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, bekräftigte die Forderungen der DGB-Gewerkschaften: „Die Beschäftigten im Landesdienst erwarten angesichts eines nach wie vor sehr hohen Preisniveaus einen deutlichen Lohnzuwachs. Sie sind es, die den Laden unter immer schwieriger werdenden Bedingungen am Laufen halten. Ihnen muss die Wertschätzung entgegengebracht werden, die sie verdienen, auch finanziell.“ 

Ein guter Abschluss sei aber auch deshalb notwendig, damit das Land Hessen auf dem Arbeitsmarkt in Zukunft überhaupt bestehen kann. „Alleine an den hessischen Schulen fehlen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes aktuell fast 10.000 ausgebildete Lehrkräfte. Fällt der Tarifabschluss 2026 schlecht aus, werden sich kaum mehr Beschäftigte davon überzeugen lassen, an den Schulen zu arbeiten. Zudem hat das Land in den letzten Jahren auf Kosten der Beschäftigten umfängliche Sparmaßnahmen umgesetzt. Auch das hat nicht dazu beigetragen, dass das Land Hessen als wertschätzender Arbeitgeber wahrgenommen wird."

Die stellvertretende Vorsitzende der GEW, Simone Claar, erläuterte ergänzend: „In der Tarifrunde 2026 wollen wir auch endlich tarifrechtliche Regelungen für studentische Beschäftigte vereinbaren. Zwar sind uns in der vergangenen Tarifrunde diesbezüglich Fortschritte gelungen. Für die insgesamt 12.000 Hilfskräfte an Hessens Hochschulen gibt es aber nach wie vor keinen Tarifvertrag. Das ist ein Skandal und muss sich 2026 ändern. Der TV Stud-Hessen muss her!“

Die Tarifrunde in Hessen ist auch für die Beamtinnen und Beamten sowie die Pensionärinnen und Pensionäre des Landes von Bedeutung. Denn die Gewerkschaften fordern, das Tarifergebnis zeit- und wirkungsgleich auf diese Gruppen zu übertragen. Darüber hinaus erwarten die Gewerkschaften die Anhebung der Jahressonderzahlung auf 100 Prozent für alle, einen zusätzlichen freien Tag für Gewerkschaftsmitglieder und die Überarbeitung der im Jahr 2021 vereinbarten Eingruppierungsregelungen für schulische Lehrkräfte. 

Hintergrund:

Hessen ist als einziges Bundesland nicht Mitglied des Arbeitgeberverbandes „Tarifgemeinschaft deutscher Länder“ (TdL). Die Tarifverhandlungen für die hessischen Landesbeschäftigten werden daher eigenständig geführt. Bei der TdL beginnen die Verhandlungen bereits am 3. Dezember 2025. Ein Ergebnis könnte Mitte Februar 2026 erzielt werden. In Hessen startet die erste Verhandlungsrunde am 27. Februar 2026. Die voraussichtlich letzte Verhandlungsrunde ist für den 26. und 27. März 2026 anberaumt.

Für die Beschäftigten verhandelt eine Tarifgemeinschaft, die aus der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der ver.di, der Gewerkschaft der Polizei und der IG Bauen-Agrar-Umwelt besteht. Zudem beteiligt sich die dbb tarifunion an den Verhandlungen.