GEW fordert 7 Prozent, mindestens 300 Euro mehr Gehalt!

Tarifrunde TV-H 2026 – Tarifinfo Nr. 1

Im Frühjahr 2025 haben die Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen (TVöD) vorgelegt mit einem Tarifabschluss, der Gehaltssteigerungen von rund 5,8 Prozent bis zum 31. März 2027 vorsieht. Schon ab dem 3. Dezember 2025 verhandeln die Gewerkschaften mit dem Arbeitgeberverband der anderen Bundesländer, der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL).  Hessen ist als einziges Bundesland nicht Mitglied der TdL. Es ist 2004 ausgetreten, daher werden die Verhandlungen für die hessischen Landesbeschäftigten getrennt geführt. In Wiesbaden beginnen die Verhandlungen am 27. Februar 2026. Die voraussichtlich letzte Verhandlungsrunde für die hessischen Beschäftigten ist für den 14. und 15. März 2026 verabredet.
 

Die Gehälter müssen rauf!


Angesichts des nach wie vor sehr hohen Preisniveaus ist ein guter Abschluss auch deshalb notwendig, damit das Land Hessen auf dem Arbeitsmarkt in Zukunft überhaupt bestehen kann. Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen stellt fest: „Alleine an den hessischen Schulen fehlen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes aktuell fast 10.000 Lehrkräfte mit Lehramtsbefähigung. Fällt der Tarifabschluss 2026 schlecht aus, werden sich kaum mehr Beschäftigte davon überzeugen lassen, an den Schulen zu arbeiten. Zudem hat das Land in den letzten Jahren auf Kosten der Beschäftigten umfängliche Sparmaßnahmen umgesetzt. Auch das hat nicht dazu beigetragen, dass das Land Hessen als wertschätzender Arbeitgeber wahrgenommen wird.“

Die GEW fordert gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften im öffentlichen Dienst, dass die Gehälter aller Beschäftigten bei einer Laufzeit von einem Jahr um sieben Prozent, mindestens aber um 300 Euro steigen sollen. Durch den Mindestbetrag erhöhen sich die Gehälter in den unteren Entgeltgruppen stärker als 7 Prozent. So sollen Kolleg*innen mit kleinerem Einkommen entlastet werden, die von den jüngsten Preissteigerungen besonders hart getroffen wurden. Die Entgelte für Auszubildende und Praktikant*innen sollen um 200 Euro wachsen.

Thilo Hartmann meint dazu: „Die Beschäftigten im Landesdienst erwarten angesichts eines nach wie vor sehr hohen Preisniveaus einen deutlichen Lohnzuwachs. Sie sind es, die den Laden unter immer schwieriger werdenden Bedingungen am Laufen halten. Ihnen muss die Wertschätzung entgegengebracht werden, die sie verdienen, auch finanziell.“
 

Tarifvertrag für studentische Beschäftigte – jetzt!


Zusätzlich zu den Gehaltssteigerungen setzen sich die Gewerkschaften gemeinsam dafür ein, dass die Arbeitsbedingungen der rund 12.000 studentischen Beschäftigten in Hessen endlich tariflich geregelt werden. Bereits in der Tarifrunde 2024 haben sich die studentischen Beschäftigten stark an der Tarifbewegung beteiligt.

Simone Claar, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen fordert: „In der Tarifrunde 2026 wollen wir endlich tarifrechtliche Regelungen für studentische Beschäftigte vereinbaren. Zwar sind uns in der vergangenen Tarifrunde diesbezüglich Fortschritte gelungen. Für die insgesamt 12.000 Hilfskräfte an Hessens Hochschulen gibt es aber nach wie vor keinen Tarifvertrag. Das ist ein Skandal und muss sich 2026 ändern. Der TV Stud-Hessen muss her!“
 

Evaluierung und Überarbeitung der Lehrkräfte Entgeltordnung


In der Tarifrunde 2021 haben sich die GEW Hessen und das Land auf eine tarifrechtliche Eingruppierung für Lehrkräfte verständigt. Erstmals legte damit ein Tarifvertrag die Eingruppierung von an den hessischen Schulen beschäftigten Lehrkräften fest. Der Eingruppierungserlass war damit Geschichte. Nach über vier Jahren ist es Zeit, die Entgeltordnung für Lehrkräfte auch angesichts der Praxis kritisch zu bewerten. Denn an vielen Ecken des Eingruppierungsrechtes hakt Haken es. Zum Teil entsprechen einzelne aus dem alten Eingruppierungserlass übernommene Tätigkeitsmerkmale nicht mehr der konkreten Tätigkeit in der Praxis, zum Teil ist die Auslegungspraxis der Schulämter sehr restriktiv. Wir erwarten, dass das Land Hessen hierzu Verhandlungen mit uns vereinbart.
 

Weitere Erwartungen in der Tarifrunde


Darüber hinaus streiten die Gewerkschaften für eine Anhebung der Jahressonderzahlung in Hessen auf 100 Prozent für alle. Also ein echtes 13. Monatsgehalt. Im Moment liegt das ehemalige Weihnachtsgeld bei 90 Prozent für die Entgeltgruppen EG 1 bis EG 8 und bei 60 Prozent für die Entgeltgruppen EG 9a bis EG 16. Ein weiterer Punkt auf der Liste ist auch ein Urlaubstag extra für Gewerkschaftsmitglieder. Eine solche Vorteilsregelungen für die Mitglieder soll honorieren, dass die Mitglieder durch ihr Engagement und ihre Mitgliedsbeiträge gute Tarifverträge überhaupt erst möglich machen.

Die in der letzten Tarifrunde getroffene Vereinbarung über den Zuwachs unbefristeter Stellen an Hochschulen wird bisher nur unzureichend von den Arbeitgebern umgesetzt. Deshalb wollen wir die Umsetzung dieser bundesweit einmaligen Tarifregelung mit evaluieren. Das Mehr an unbefristeter Beschäftigung an Hochschulen muss vom Arbeitgeber endlich konsequent angegangen werden!

Die Gewerkschaften erwarten zudem, dass das Tarifergebnis zeit- und wirkungsgleich auf Beamt*innen und Versorgungsempfänger*innen übertragen wird.
 

Um wen geht es in der Tarifrunde mit dem Land Hessen?


Seit dem Austritt des Landes Hessen 2004 aus dem Arbeitgeberverband „Tarifgemeinschaft deutscher Länder“ (TdL) wird für die hessischen Landesbeschäftigten eigenständig verhandelt. Die GEW organisiert vor allem den Schul- und Wissenschaftsbereich. Die Zahl der Tarifbeschäftigten an den Schulen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Am 30. Juni 2024 waren es über 15.200 Beschäftigte, von denen allerdings nur rund ein Drittel Dauerverträge hat. Von den Hochschulen in Hessen sind wiederum die Goethe-Universität in Frankfurt sowie die TU Darmstadt formal tarifrechtlich unabhängig, sodass die Zahl der vom TV-H erfassten Beschäftigten im Hochschulsektor gut 15.000 beträgt (ohne Studentische Beschäftigte). Insgesamt sind knapp 65.000 TV-H-Beschäftigte hessenweit von den Tarifverhandlungen direkt betroffen. Die Zahl der aktiven Beamt*innen in Hessen beträgt übrigens knapp 110.000.
 

Termine


Während für die Beschäftigten aller anderen Bundesländer die heiße Phase der aktuellen Tarifrunde bereits Anfang Dezember begonnen hat, starten die Verhandlungen für Hessen erst am 27. Februar 2026. Die Laufzeit des Tarifabschlusses in Hessen aus dem Jahr 2024 endet erst am 31. Januar 2026. Im Bereich der „TdL“ ist gegebenenfalls schon für den 12. Februar 2026 mit einem Ergebnis zu rechnen.

1. Verhandlung: 27. Februar 2026
2. Verhandlung: 9. - 10. März 2026
3. Verhandlung: 26. - 27. März 2026
 

Wie kann ich aktiv werden?

Was: Hessenweite Informationsveranstaltung zur Tarifrunde Hessen 2026
Wann: Mittwoch, den 26. Januar 2026, 17–19 Uhr
Wo: Online

Wir laden zur Online-Diskussion über die aufgestellten Forderungen der Gewerkschaften, die aktuellen Entwicklungen bei der TdL und die Mobilisierung zur Tarifrunde am Mittwoch, den 26. Januar 2026 ein. Wir beantworten Deine Fragen rund um die Tarifrunde 2026. Die Infoveranstaltung ist öffentlich und richtet sich an alle Interessierten zur Tarif- und Besoldungsrunde 2026 in Hessen: https://app.bbbserver.de/join/5d80eca0-c76c-4753-ba0b-428521ff7658
 

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