„Kultusminister Schwarz muss endlich liefern!“

Schuljahresstart in Hessen - Gemeinsame Pressekonferenz der GEW Hessen, Landesschüler*innenvertretung und Landeselternbeirat | Pressemitteilung

Frankfurt: Mit einer gemeinsamen Pressekonferenz läuten die GEW Hessen, die Landesschüler*innenvertretung und der Landeselternbeirat das neue Schuljahr ein. Sie fordern, auf Kürzungen im schulischen Bereich zu verzichten und stattdessen gezielt in die hessischen Schulen zu investieren.

Zum Beginn des neuen Schuljahrs tritt der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für die Erstklässler:innen in Kraft. Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, sieht die Schulen vor große Herausforderungen gestellt: „Entgegen der Behauptung des Kultusministers sind die Grundschulen in Hessen nicht flächendeckend gut vorbereitet. Trotz Mangelverwaltung arbeiten die Schulen mit Hochdruck daran, bestmögliche Ganztagsangebote bereitzustellen. Doch insbesondere Familien mit Grundschulkindern ab der zweiten Klasse, für die der Rechtsanspruch noch nicht gilt, werden mit Wartelisten oder verkürzten Betreuungszeiten konfrontiert sein.“ Mehr noch: Der Ganztag drohe sozial ausgehöhlt zu werden. „Die Meldungen von zusätzlichen oder steigenden Elternbeiträgen in einzelnen Kommunen häufen sich. Deshalb fordern wir einen echten Bildungsgipfel in Hessen, an dem Land, Kommunen und alle Beteiligten gemeinsam den Ganztagsausbau verlässlich absichern, statt weiter im Krisenmodus zu verwalten“, unterstrich Hartmann.

Gleichzeitig machte Hartmann auf die neue Lehrzeit-App der GEW Hessen aufmerksam: „Mit unserer neuen Web-App wollen wir es den GEW-Kolleg:innen endlich ermöglichen, ihre Arbeitszeit zu erfassen. Das Kultusministerium kommt seit Jahren nicht der rechtlichen Verpflichtung zur Arbeitszeiterfassung von Lehrkräften nach. Deshalb wollen wir unseren Mitgliedern ein passgenaues Instrument an die Hand geben, um ihre Arbeitszeit individuell, datensicher und einfach erfassen zu können“, sagte Hartmann abschließend.

Thomas Obeth, stellvertretender Landeselternbeiratsvorsitzender, betonte: „Schulen dürfen durch Kürzungen nicht zusätzlich belastet werden. Entscheidend ist viel mehr, den Sozialindex so weiterzuentwickeln, dass die betroffenen Schulen tatsächlich gestärkt und die nötigen Handlungsspielräume gesichert werden. Zugleich muss die digitale Bildung verbindlich im regulären Unterricht verankert werden. Damit ist sichergestellt, dass alle Schülerinnen und Schüler die notwendigen Kompetenzen verlässlich erwerben können“.

Laurenz Spies, Landesschulsprecher, hob hervor: „Mit Blick auf die Temperaturvorhersagen für die kommenden Wochen zeigt sich, wie dringend wirksamer Hitzeschutz an Schulen benötigt wird. Dabei sollten hitzefreie Tage nicht zum Regelfall werden. Stattdessen brauchen wir sanierte, verschattete und an steigende Temperaturen angepasste Schulgebäude. Nur so bleiben Schulen auch in immer heißeren Sommern sichere Lernorte. Gleichzeitig müssen die Anliegen der Schülerinnen und Schüler stärker in bildungspolitische Entscheidungen einbezogen werden. Gute Bildung gelingt nur, wenn diejenigen, die Schule jeden Tag erleben, auch gehört werden.“