Frankfurt: Die GEW Hessen fordert anlässlich der fünften Hitzewelle in diesem Sommer bessere Hitzeschutzmaßnahmen für die hessischen Bildungseinrichtungen. Das Land sollte die Kommunen finanziell bei der Umsetzung unterstützen.
In dieser Woche steigen die Temperaturen in Hessen erneut vielerorts auf über 35 Grad Celsius. Für Thilo Hartmann, dem Vorsitzenden der GEW Hessen, zeigen die letzten Monate, dass die hessischen Kitas, Schulen und Hochschulen besser auf zukünftige Hitzewellen vorbereitet werden müssen: „Lernen und Arbeiten bei teilweise weit über 30 Grad Celsius im Klassenraum oder Seminarraum ist nur begrenzt möglich. Studien zeigen, dass die Konzentrationsfähigkeit von Lernenden bereits ab einer Raumtemperatur von 26 Grad sinkt. Wir fordern daher die Landesregierung auf, für einen wirksamen Hitzeschutz in allen Bildungseinrichtungen zu sorgen. Die Kommunen als Schul- und Kitaträger sowie die freien Träger und die einzelnen Hochschulen müssen dabei konzeptionell und vor allem auch finanziell vom Land unterstützt werden“.
Wie die regelmäßigen Erhebungen der GEW Hessen zu den Schulbauinvestitionen zeigen, haben die Schulträger in den letzten Jahren unterschiedlich viel in ihre Schulgebäude investieren können. Die Spanne reicht von gut 300 Euro pro Schüler:in und Jahr in der Stadt Kassel bis zu 1.500 Euro im Hochtaunuskreis. Dabei spielt die deutlich unterschiedliche finanzielle Lage der Kommunen ebenso eine Rolle wie politische Prioritäten. „Auch aus diesem Grund ist die Situation hinsichtlich der Hitzebelastung an den einzelnen Bildungseinrichtungen sehr unterschiedlich. Bei den meisten Gebäuden besteht nach unserer Einschätzung Handlungsbedarf.“ Die geeigneten Maßnahmen für einen ausreichenden Hitzeschutz könnten sich je nach Standort und den baulichen Voraussetzungen unterscheiden. Wichtig sei zudem die Umgestaltung der Außengelände, die begrünt und verschattet werden müssten.
Neben baulichen Anpassungen sind Thilo Hartmann zufolge auch schnell wirksame Maßnahmen erforderlich, die schon zum nächsten Sommer für zumindest etwas Abhilfe sorgen können. „Mobile Klimageräte und Jalousien an Fensterfronten können bereits für etwas erträglichere Temperaturen in Kitas, Klassenräumen und Hörsälen sorgen. Gleichzeitig können diese Maßnahmen nur der erste Schritt hin zu klimaresilienten Bildungseinrichtungen sein“. Im Hinblick auf die Schulen reichten die bestehenden Regelungen aus dem Erlass zu „anderen Unterrichtsformen und Unterrichtsausfall bei großer Hitze an allgemeinbildenden Schulen“ aus dem Jahr 2021 bei weitem nicht mehr aus. Notwendig seien daher neben einer baulichen Anpassung auch passgenaue Hitzeschutzpläne mit konkreten Maßnahmen und Zuständigkeiten für jede einzelne Schule.