TVöD 2020: Keine Jubelsprünge, aber Schlimmeres verhindert

Zu anderen Zeiten wäre dem Verhalten der Arbeitgeber mit einer Ausweitung der Arbeitskampfmaßnahmen begegnet worden.

Die Tarifrunde für Bund und Kommunen ist am 25. Oktober mit einem Tarifabschluss beendet worden. Das Ergebnis verführt nicht zu Jubelsprüngen und wäre ohne die schwierigen Bedingungen der Corona- Pandemie für die Beschäftigten inakzeptabel. Zu anderen Zeiten wäre dem Verhalten der Arbeitgeber mit einer Ausweitung der Arbeitskampfmaßnahmen begegnet worden.

Dem Abschluss lag seitens der Gewerkschaften die Einschätzung zu Grunde, dass die Zeit gegen uns und für die Arbeitgeber spielte. Jeden Tag hatten und haben wir höhere Infektionszahlen, die Durchführung von Streiks  und Aktionen wurde immer schwieriger. Das Verständnis in der Öffentlichkeit wäre unter Umständen gesunken, wäre es nicht zu einer Einigung  gekommen. Auch die wirtschaftliche Gesamtlage mit einer drohenden Zunahme von Kurzarbeit oder sogar Arbeitslosigkeit für viele Menschen in Deutschland hätte die Stimmung ins Kippen bringen können.

Insofern stand dieser Abschluss unter dem Vorzeichen, Schlimmeres zu verhindern. Ohne eure Aktionen und die Warnstreiks wäre selbst das Erreichte nicht zu Stande gekommen. Die Beteiligung an den Warnstreiktagen übertraf die Erwartungen, die Stimmung war gut und kämpferisch. Zahlreiche Teams haben mit der Bannerfotoaktion den Forderungen nach mehr Gehalt und besseren Arbeitsbedingungen zusätzlichen Nachdruck verliehen, beim Verband Kommunaler Arbeitgeber wurde mit einer Scheibenputzaktion für „Durchblick in der Tarifauseinandersetzung“ gesorgt. Das alles war klasse und daran sollten wir anknüpfen, wenn wir auch in Zukunft für eine Aufwertung der Tätigkeiten in frühkindlicher Bildung und Sozialer Arbeit kämpfen.

Die wichtigsten Elemente des Tarifabschluss (Corona-Prämie, Gehaltssteigerungen in zwei Schritten, Angleichung der kommunalen Arbeitszeit Ost auf das Westniveau und weitere Bestandteile des Abschlusses) findet ihr zusammengefasst unter folgendem Link:

https://www.gew.de/troed2020/fragen-und-antworten/

Isabel Carqueville und Andreas Werther

 

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