Besoldung

Aus: Start in die Schule | Juli 2020

Die Besoldung der Beamtinnen und Beamten setzt sich zusammen aus

  • Grundgehalt
  • Familienzuschlag
  • ggf. Studienratszulage
  • Sonderzahlung
  • Ggf. Vermögenswirksame Leistung

Grundgehalt

Die Höhe des Grundgehalts richtet sich zum einen nach der Besoldungsgruppe, zum anderen nach den Grundgehaltsstufen.

Die Lehrkräfte werden nach der „Anlage A“ des Hessischen Besoldungsgesetzes folgenden Besoldungsgruppen zugeordnet:

Fachlehrerin/Fachlehrer ohne FH-Abschluss für arbeitstechnische Fächer => A 10, mit Aufstieg nach A 11
Lehrerin/Lehrer mit Lehramt an Grundschulen => A 12
Lehrerin/Lehrer mit Lehramt an Haupt- und Realschulen und Förderschulen => A 13 ohne Zulage
Studienrätin/Studienrat mit Lehramt an Gymnasien und für berufliche Schulen => A 13 plus Zulage

Hinsichtlich der Grundgehaltsstufen gilt in Hessen seit dem 1.3.2014 das „Neue Besoldungsrecht“. Die Stufe richtet sich nicht mehr – wie früher – maßgeblich nach dem Lebensalter, sondern nach der vorliegenden Berufserfahrung.
Lehrkräfte erhalten nach dem Vorbereitungsdienst grundsätzlich die Stufe 1.
Danach erfolgt der Aufstieg in den Stufen, bis die höchste Stufe 8 erreicht ist.

Dabei gilt:

Berufserfahrung

Stufe

nach insgesamt x Jahren

unter einem Jahr

1

 

nach 2 Jahren in Stufe 1

2

2

nach 3 Jahren in Stufe 2  

3

5

nach 3 Jahren in Stufe 3  

4

8

nach 3 Jahren in Stufe 4  

5

11

nach 4 Jahren in Stufe 5  

6

15

nach 4 Jahren in Stufe 6

7

19

nach 4 Jahren in Stufe 7  

8

23

Berufserfahrungszeiten vor der Ernennung in das Beamtenverhältnis können bei diesem Aufstieg berücksichtigt werden. Dies sind Zeiten einer „gleichwertigen Tätigkeit“ bei einem Arbeitgeber oder Dienstherrn des öffentlichen Dienstes und in der Regel der Wehr- und Zivildienst. Andere Tätigkeiten – auch bei privaten Arbeitgebern – können ganz oder teilweise anerkannt werden, wenn sie „förderlich“ sind. Der Vorbereitungsdienst (Referendariat) und das Studium werden nicht angerechnet.

In der Regel erfolgt nach der Einstellung eine vorläufige Zuordnung zur Stufe 1, damit die Hessische Bezügestelle überhaupt schon Besoldung auszahlen kann. Dann entscheidet das Staatliche Schulamt, welche „Erfahrungszeiten“ berücksichtigt werden. Die Hessische Bezügestelle ermittelt danach die maßgebliche Grundgehaltsstufe und erlässt einen formellen Bescheid, gegen den ggf. innerhalb eines Jahres Widerspruch eingelegt werden muss. Parallel dazu kann man direkt mit dem Schulamt verhandeln, ob weitere Zeiten anerkannt werden können.

Familienzuschlag

Verheiratete Beamtinnen und Beamte, einschließlich der Beamtinnen und Beamten in eingetragenen Lebenspartnerschaften, erhalten außerdem den Familienzuschlag der Stufe 1. Stehen beide im Beamtenverhältnis, wird der Familienzuschlag geteilt.

Den Familienzuschlag Stufe 1 erhalten auch nicht verheiratete Beamtinnen und Beamte, die eine unterhaltsberechtigte Person in ihren Haushalt aufgenommen haben. Dies sind in der Regel „Alleinerziehende oder Unverheiratete mit Kindern“. Der Zuschlag wird allerdings nicht gezahlt, wenn das Kind Einkünfte über einer bestimmten Grenze hat. Zu diesen Einkünften zählen neben Einkünften aus einer Erwerbstätigkeit das Kindergeld, der kindbezogene Familienzuschlag einschließlich Sonderzahlung und Unterhalt des anderen Elternteils. Die Höchstgrenze liegt bei dem sechsfachen Betrag des Familienzuschlags der Stufe 1. Gibt es mehrere Berechtigte, wird der Zuschlag durch die Anzahl der Berechtigten geteilt.

Liegt eine Berechtigung zum Bezug von Kindergeld vor, wird außerdem der „kindbezogene Familienzuschlag“ gezahlt. Die Höhe richtet sich nach der Anzahl der Kinder. Gibt es mehrere Berechtigte für einen solchen kindbezogenen Zuschlag, wird der Zuschlag nur einmal gezahlt und zwar an die Person, die das Kindergeld erhält.

Zulage

Lehrkräfte mit dem Lehramt an Gymnasien und für berufliche Schulen erhalten außerdem die „Studienratszulage“.

Sonderzahlung

Das früher gewährte „Weihnachtsgeld“ und das „Urlaubsgeld“ wurden in einer monatlichen Sonderzahlung zusammengefasst. Sie beträgt 5 Prozent der Dienstbezüge. Zusätzlich wird ein Betrag von 2,31 Euro pro Kind gezahlt.

Vermögenswirksame Leistung

Beamtinnen und Beamte können eine vermögenswirksame Leistung von 6,65 Euro pro Monat erhalten, bei Teilzeit anteilig.

Abschlag

Beamtinnen und Beamte erhalten ihre Besoldung zu Beginn des Monats. Leider verzögert sich regelmäßig die erste Auszahlung nach der Einstellung. Sobald die Staatlichen Schulämter zumindest die „Grunddaten“ in das Computersystem eingeben haben, kann die Hessische Bezügestelle wenigstens einen Abschlag zahlen.

Problem: Überzahlungen

In der Praxis kommt es häufig zu Überzahlungen, insbesondere des Familienzuschlags. Daher muss man Änderungen immer (schriftlich) mitteilen. Eine Änderung besteht auch darin, wenn der Partner oder die Partnerin eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst oder bei einem Arbeitgeber, der nach den Regelungen des öffentlichen Dienstes bezahlt, aufnimmt oder beendet. Und auch dann kann es zu Fehlern kommen. Daher bitte im Nachhinein auch die nächste Abrechnung prüfen und eventuell Rücksprache mit der HBS halten. Den Namen und die Telefonnummer der zuständigen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter findet man auf dem Bezügenachweis.

Landesticket

Zum 1.1.2018 wurde eine „Freifahrtberechtigung“ für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für Landesbedienstete eingeführt.

Rechtsgrundlagen

Hessisches Besoldungsgesetz (HBesG)
Hessisches Sonderzahlungsgesetz (HSZG)

Aktuelle Besoldungstabellen 

gew-hessen.de/tarifbesoldung/besoldung-land-hessen/besoldungstabellen
Sie können auch bei der GEW Hessen angefordert werden.

Interessant ist auch die Website der Hessischen Bezügestelle

www.hbs.hessen.de

Näheres zum Landesticket

www.innen.hessen.de/buerger-staat/personalwesen/landesticket