Frankfurt: Gestern fand in Rüsselsheim die vierte Schulleitungstag der GEW Hessen statt. Im Zentrum der Diskussionen standen dabei die aktuelle Arbeitssituation der hessischen Schulleitungen und die neue LehrZeit-App. Verabschiedet wurde auch eine Resolution, die eine bessere Ressourcenausstattung der hessischen Schulen fordert.
Die GEW-Tagung eröffnete ein Referat von Professor Dirk Richter (Universität Potsdam), der als Co-Autor die zentralen Ergebnisse des neuesten Schulbarometers vorstellte. Hieran schloss sich eine intensive Diskussion an, in der auch die negativen Folgen der Kürzungen im Kultushaushalt und die hohe Arbeitsbelastung der hessischen Schulleitungen einen breiten Raum einnahmen.
Ein weiteres zentrales Thema der Tagung war die neue Arbeitszeiterfassungs-App, die bei den Lehrkräften auf großes Interesse stößt und kostenlos von GEW-Mitgliedern genutzt werden kann. Der hessische GEW-Vorsitzende Thilo Hartmann forderte das hessische Kultusministerium auf, die Erfassung der Arbeitszeit von Lehrkräften nicht länger zu blockieren: „Das gerade ergangene Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Ausgleich von Mehrarbeit verdeutlicht, wie wichtig die systematische Erfassung der Arbeitszeit von Lehrkräften ist. Nur so kann Zuvielarbeit überhaupt sichtbar und kontrolliert werden.“
Die am Ende der Tagung verabschiedete Rüsselsheimer Resolution verweist zunächst auf den weiteren Anstieg und die hohe Gesamtzahl der unbesetzten Schulleitungsstellen in Hessen. Diese Entwicklung belege, dass die Rahmenbedingungen für diese Tätigkeit immer unattraktiver werden. Gründe für die hohe Arbeitsbelastung von hessischen Schulleitungen seien unter anderem zu geringe Verwaltungskapazitäten, eine zu hohe Unterrichtsverpflichtung und ein Zuviel an Bürokratie. Belastend sei häufig auch die Arbeitsplatzgestaltung, die bauliche und räumliche Situation der eigenen Schule sowie das Fehlen von pädagogischem Personal. Die Landesregierung wird von den Unterzeichnenden aufgefordert, deutlich mehr Ressourcen für den Bildungsbereich bereitzustellen, anstatt Kürzungen vorzunehmen.