Aktive vor Ort – die Expert_innen für unsere Arbeitsbedingungen

Du willst Wertschätzung für Deine gute Arbeit.
Dein Beruf soll noch lange Freude machen.
Du merkst: dafür muss sich aber noch einiges ändern.

Jetzt kommt die GEW ins Spiel! Als Bildungsgewerkschaft sind wir die Plattform für alle, die etwas ändern wollen. Hier finden sich ehrenamtlich engagierte Kolleginnen und Kollegen zusammen, die gemeinsam ihre Arbeitsbedingungen verbessern. Aus der Praxis für die Praxis! Nur so kommt eine echte demokratisch organisierte Interessenvertretung zustande.

Wer etwas bewirken will, bezieht Position. 
Wir machen das. Mach mit!

Die GEW kann publizieren, diskutieren, demonstrieren, Forderungen aufstellen, Plakate drucken ... Wenn davon jedoch niemand etwas mitbekommt, bringt das alles wenig. Umgekehrt kann „die GEW“ nicht wissen, wo und wie vor Ort der Schuh drückt, wenn es niemanden gibt, der Probleme meldet. Deshalb sind Aktive vor Ort unverzichtbar. Sie sind das „Gesicht“ der Gewerkschaft an der Basis. Sie können dafür sorgen, dass Informationen an der Schule ankommen und wahrgenommen werden - und auch wieder an die GEW fließen.  Wenn Du nicht dabei bist, fehlt allen etwas. 

GEWerkschaft ist, was Du draus machst. Von allein bewegt sich nichts. 

Um den Informationsfluss in beide Richtungen in Gang zu halten, ist vieles denk- und machbar. Hier im Folgenden Vorschläge, welche Möglichkeiten es gibt, um aktiv vor Ort zu sein. Vorschläge wohlgemerkt – kein Katalog der abgearbeitet werden müsste. Der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Am besten versuchst Du, Dir Unterstützung bei Deinen Kolleginnen und Kollegen zu holen, denn gemeinsam bewegt Ihr mehr. 

Niemand muss als Einzelkämpferin oder Einzelkämpfer agieren. Das bist Du sowieso nicht, denn im Vorstand Deines GEW-Kreisverbandes findest Du immer eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner, die oder der auch mal mit anpacken kann. Wenn Du noch nicht genau weißt, wer sich in Deiner Nähe bei der GEW engagiert oder Du wissen willst, welche aktuellen Themen und Projekte es gibt, komm einfach zu einem Treffen Deines Kreisverbandes. Die Termine findest Du auf deren Homepage. 

Kontakt zu Deinem Kreisverband

Wenn es dies noch nicht geben sollte: ein GEW-Info-Brett an einem zentralen Ort in der Schule, z.B. im Lehrerzimmer, einrichten (lassen). Aktuelle Infos und Materialien der GEW entgegennehmen, aushängen und/oder verteilen.
 

  • Hänge oder stelle den „Ku(e)mmerkasten“ auf und nimm an Dich herangetragene Probleme, Anregungen, Fragen entgegen und nimm Kontakt mit Deiner GEW vor Ort auf – oder auch mit dem Bezirks- oder Landesverband.
  • Informiere Deine Kolleginnen und Kollegen über Beschlüsse, Aktivitäten und Veranstaltungen der GEW und fördere deren Umsetzung.  
  • Sei Ansprechperson bei Anfragen von Kolleginnen und Kollegen. Dabei wird natürlich nicht erwartet, dass Du „alles weißt“. Eine Aktive oder ein Aktiver vor Ort kann und soll natürlich nicht den Personalrat, die Rechtsschutzstelle oder den Kreisvorstand ersetzen. Aber Du kannst helfen, Kontakt zu kompetenten Ansprechpersonen, z.B. im Kreisverband oder der GEW-Fraktion im Gesamtpersonalrat, herzustellen. Die nötigen Infos dafür stellen wir Dir bereit. 
  • Mache neue Kolleginnen und Kollegen, LiV und Praktikantinnen oder Praktikanten mit der GEW bekannt und motiviere zum Eintritt.

Na logo! In Artikel 9, Absatz 3 des Grundgesetzes ist zu lesen: „Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen, Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig.“  Auch das Bundesverfassungsgericht macht deutlich, dass die wesentlichen Elemente der gewerkschaftlichen Tätigkeit vor Ort nicht behindert werden dürfen, so 

  • die breite Information der Mitglieder und Interessierter,
  • die Selbstdarstellung der Organisation und
  • die Gewinnung neuer Mitglieder. 

„Es bleibt den gewerkschaftlich organisierten Betriebsangehörigen unbenommen, sich (…) innerhalb des Betriebes, am gemeinsamen Arbeitsort, werbend und unterrichtend zu betätigen, in zulässigem Umfang Plakate auszuhängen, Prospekte auszulegen und zu verteilen und mit den Arbeitnehmern zu sprechen.“  

Insofern ist es auch geltendes Recht, dass es ein gut zugängliches Info-Brett der GEWerkschaft in der Schule gibt. Ebenso können die Postfächer für die gewerkschaftlichen Informationen – wie Flyer, Anschreiben, Zeitschriften – genutzt werden. 

Mit anderen Worten: Die GEW darf (und sollte) vor Ort deutlich sichtbar und aktiv sein. Und wer dies, warum und wie auch immer, behindern möchte, handelt rechtswidrig und sich eine Menge Ärger ein!
Für die Arbeit, die aktiv vor Ort geleistet wird, gibt es zwar leider keinen Freistellungsanspruch, für die Teilnahme an gewerkschaftlichen Veranstaltungen wie ein Treffen mit anderen Aktiven vor Ort, besteht allerdings durchaus die Möglichkeit einer Sonderbeurlaubung. Sprich Deinen Kreisverband an. 

Einen weiteren Weg für die GEWerkschaft in die Schule ebnet das Hessische Personalvertretungsgesetz (HPVG). Schulleitung und Personalrat sind nach § 60 Abs.1 zum „Zusammenwirken mit den in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaften“ verpflichtet. Das HPVG sieht außerdem vor, dass an den Sitzungen der Personalräte Gewerkschaftsbeauftragte teilnehmen können. Die Gewerkschaft wirkt also auch über den Personalrat in die Dienststelle hinein. Der Personalrat kann sich durch die GEWerkschaft beraten und unterstützen lassen. Die Mitglieder des Personalrats können in der Schule ausdrücklich auch „als Gewerkschaftsmitglieder im Rahmen ihrer Aufgaben tätig werden“ (§ 60 Abs.2). Wenn die oder der Gewerkschaftsbeauftragte zugleich Aktive oder Aktiver vor Ort ist, ist eine prima Verbindung zwischen GEW-Arbeit und Personalratsarbeit gegeben. 

Am wichtigsten ist und bleibt natürlich das direkte Gespräch. Die informelle „Pausenkonferenz“  ist dabei ein erprobtes und erfolgreiches Mittel, um die Kolleginnen und Kollegen zu informieren und zu hören, wo der Schuh drückt. Dabei ist „Konferenz“ natürlich nicht im formalen Sinne zu verstehen – davon gibt es im Berufsalltag meist ohnehin schon genug – sondern als mehr oder minder spontaner Gesprächskreis in der Kaffeeecke, z.B. wenn gerade Pause ist. Unterhalten sich zwei über aktuelle Belange, sind schnell auch weitere Kolleginnen und Kollegen dabei. 

Natürlich reicht die Zeit zwischen Tür und Angel nie aus, um sich wirklich auszutauschen, schon gar nicht, um evtl. ein gemeinsames Vorgehen – z.B. bei der nächsten Abstimmung in einer Gesamtkonferenz –  zu verabreden. Dabei gibt es genügend Themen, über die sich zu verständigen hilfreich wäre. Um auszuloten, ob daran Interesse besteht, ist das Format „kurz und bündig“ interessant: Hat sich ein Kreis von Menschen gefunden, von denen ausgegangen werden kann, dass sie an einem gemeinsamen Agieren in verschiedenen Fragen interessiert sein könnten, sollte ein Informationskanal wie ein Mailverteiler oder eine Messengergruppe verabredet werden.  So kann man kurz und bündig ein Problem skizzieren, das aufgetaucht ist, und nachfragen, ob Interesse am Austausch besteht bzw. was Ihr jetzt gemeinsam dagegen tun könnt. 

Regelmäßige Treffen von interessierten Kolleginnen und Kollegen  können helfen, längerfristig Projekte und Probleme anzugehen, die sich nicht mit einer einmaligen Aktion beheben lassen. Ehe Ihr Euch verseht, habt Ihr so auch ganz von alleine eine Schulgruppe am Start. 

Häufig gestaltet es sich bei der hohen Arbeitsdichte schwierig, turnusmäßige Treffen aufrecht zu erhalten. Als Alternative ist es sinnvoll, zumindest im Vorfeld von Konferenzen und Versammlungen, auf denen wichtige Diskussionen und Beschlussfassungen zu erwarten sind (Bsp. Einstieg in den Ganztag), einzuladen. 

Eine Vorabfrage  nach dem Schema „kurz und bündig“ (siehe oben) kann klären, wie hoch die Notwendigkeit für eine kleine „GEW-Sitzung“ eingeschätzt wird. Man kann sich dann in einem Raum der Dienststelle treffen – dazu besteht das Recht  z.B. nach Arbeitsschluss der (meisten) Kolleginnen und Kollegen. Es fallen dann keine zusätzlichen Wege an, man kann vorher noch Kolleginnen und Kollegen ansprechen und zur Teilnahme motivieren. 

Persönlicher und mehr Nähe zueinander schafft natürlich auch ein Treffen in einer Gaststätte oder auch in der Privatwohnung einer Kollegin oder eines Kollegen. Die Mitglieder des Kreisvorstandes der Gliederungen der GEW sind gerne bereit, zu einem solchen Treffen zu kommen, zu diskutieren und von ihren Erfahrungen zu berichten. 

Sicher! Engagement in der GEW lohnt sich. 

Wenn sich ein paar Kolleginnen und Kollegen in einer Sache einig sind, können sie  gemeinsam vorgehen und recht einfach die Entwicklung in der Schule mitgestalten. 
So können sie zum Beispiel dafür sorgen, dass sich die Gesamtkonferenz eine Geschäftsordnung gibt. Mit 25 Prozent der Stimmen des Kollegiums müssen zudem Punkte zwingend  in die Tagesordnung der Gesamtkonferenz aufgenommen werden. 

An jeder Schule gibt es periodisch wiederkehrende Themen, wie etwa die Verteilung des Schuletats oder die Frage der Ausschreibung von Funktionsstellen, die für alle Beschäftigten Auswirkungen haben und die man so vorbereitet – auch in Zusammenarbeit mit den Personalrat – demokratisch mitgestalten kann. 
Außerdem muss man das Rad nicht neu erfinden, sondern kann auf die Angebote der GEW zurückgreifen, um beispielsweise zu lernen, mit welchen „Tricks und Kniffen“ Konferenzen sinnvoll und zielführend genutzt werden können oder auch wie man mit einer guten Kenntnis der Rechtslage den Belastungen im Beruf besser begegnen kann. Entsprechende Schulungen gibt es bereits, die kostenfrei an Eure Bildungseinrichtung geholt werden können. Frag einfach nach bei Deinem Kreisverband. Weitere Fortbildungsangebote bietet die GEW auch über ihr Bildungswerk LEA an: www.lea-bildung.de
 

Du stehst nicht allein da. Die GEW Hessen zählt über 26.000 Mitglieder aus allen Bildungsbereichen, die mithelfen und dafür sorgen, dass wir eine starke solidarische und gut organisierte Gemeinschaft sind, die sich in allen Bereichen des Themas „Bildung“ und darüber hinaus gut auskennt und in der sich für die meisten Probleme schnell eine kompetente Ansprechperson findet, die konkret weiterhelfen kann.

So gibt es eine Vielzahl von Fach- und Personengruppen, die bestimmte Themenfelder intensiv bearbeiten und beste Expertise haben. Einen guten Überblick hierzu findest

www.gew-hessen.de/bildung
www.gew-hessen.de/mitmachen/arbeits-personengruppen
www.gew-hessen.de/themen

Auch unter den anderen Seiten der Homepage Mitmachen, Tarif/Besoldung, Recht, Kontakte verbirgt sich viel Wissenswertes, Aktuelles und Hilfreiches – ein Blick lohnt sich immer. 
Zudem gibt es einen geschützten Mitgliederbereich (Zugang nur mit GEW-Mitgliedsnummer möglich), in dem sich neueste Infos vor allem der GEW-Landesrechtsstelle befinden, die äußerst aufschlussreich sind. 

Auch die HLZ, die Mitgliederzeitschrift der GEW Hessen, enthält in jeder Ausgabe Berichte über die politischen Kampagnen der GEW und hilfreiche aktuelle Informationen aus den Bereichen Recht, Tarif und Besoldung.

Die Klärung konkreter Probleme vor Ort benötigt nicht selten auch eine rechtliche Beratung. Hier bietet die GEW breiten Rechtsschutz einschließlich Rechtsberatung durch ehrenamtliche Beratung in den Kreisen und Bezirken und  durch die Landesrechtsstelle in Frankfurt. Alle Infos hierzu findet Ihr auf den Homepages der Bezirke bzw. der GEW Hessen. Schnelle Hilfe also von Mitgliedern für Mitglieder!

Ein weiterer wichtiger Personenkreis, der Dir unterstützend zur Seite steht, sind die Personalräte. Die GEW ist in fast allen hessischen Gesamtpersonalräten und im Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer die stärkste Kraft. Die Mitglieder in Gesamt- und Hauptpersonalrat stehen auch im Austausch mit den Personalräten an den Schulen vor Ort, denn nur über deren Berichte erfahren sie über Missstände und Vorkommnisse, die sie dann wiederum gegenüber dem Staatlichen Schulamt oder der Kultusverwaltung thematisieren können. Darüber hinaus stehen vor allem die Gesamtpersonalräte beratend zur Verfügung, wenn z.B. ein örtlicher Personalrat nicht weiter weiß. 

  • verfügen über Wissen und Erfahrungen hinsichtlich aller Aspekte der Tätigkeiten, der Rechte und der Möglichkeiten der Beschäftigten,
  • können Dir daher bei der Beantwortung von Fragen behilflich sein, die an Dich evtl. herangetragen werden und die Du nicht vollständig oder mit Sicherheit beantworten kannst,
  • haben die Möglichkeit, sich schnell mit der Schulaufsicht in Verbindung zu setzen,
  • sind daher die Ansprechpersonen der Wahl, wenn es darum geht, in Problem- oder Konfliktsituationen den betroffenen Beschäftigten zu helfen oder bei Vorgesetzten auf die Einhaltung von Gesetzen, Vorschriften, Umgangsformen usw. zu dringen.

Selbstverständlich werden alle Angelegenheiten, in denen man sich an einen Personalrat wendet, vertraulich behandelt.

Solidarität, Gemeinschaft … alles richtig, alles wichtig, aber das Schöne ist: Du machst das Ganze keineswegs nur für andere, Du machst es auch für Dich. Die Vorteile liegen auf der Hand. Da ist zum einen der Informationsvorsprung, den Du durch die Informationen der GEW per Post oder E-Mail hast. Diese Infos  waren nachgewiesenermaßen schon öfter sehr wertvoll!

Zum anderen hast Du als Aktive oder Aktiver vor Ort einen direkten Draht zum Kreisverband, zu den GEW-Personalräten bzw. Betriebsräten in Deiner Schule und im Gesamtpersonalrat. Das bedeutet direkte, schnelle und unkomplizierte Hilfe für Dich, falls Du selbst einmal ein Problem haben solltest, zumal die GEW auf die Absicherung ihrer Aktiven durch gewerkschaftlichen Rechtsschutz besonderen Wert legt. 

Außerdem macht Dich Dein Aktiv-Sein immer mehr zum Profi – Profi in Sachen Partizipation und Mitbestimmung, Profi beim Thema Rechte und gute Arbeitsbedingungen, Profi bezüglich Wirksamkeit und Durchsetzungsvermögen.