Personalräte- und Vertrauensleute-Konferenz

Bericht vom 26. Februar

Die GEW Nordhessen begrüßte am 26 Februar 2020 rund einhundertzwanzig Mitglieder von Schulpersonalräten und Vertrauensleute zu einer Schulungsveranstaltun in Kassel. Es ging schwerpunktmäßig um die Themen Lehrerzuweisung und Digitalisierung.

AKTIV – KOMPETENT - DEMOKRATISCH – mit diesem Motto startet die GEW bei den hessischen Personalratswahlen am 12. + 13. Mai 2020. Es ist und bleibt das Ziel der GEW, ihre Arbeit an diesen Ansprüchen auszurichten und die Personalräte an den Schulen so umfassend zu unterstützen, dass sie kompetent die Vertretung der Kolleginnen und Kollegen wahrnehmen können.

Der Vorsitzende des Hauptepersonalrats der Lehrerinnen und Lehrer beim hessischen Kultusministerium Peter Zeichner informierte die Kolleginnen und Kollegen auf der Personalrätekonferenz am 26.2. im Haus der Jugend in Kassel darüber, welche Lehrerstellen den Schulen zustehen. Mittlerweile werden über die Grundunterrichtsversorgung hinaus 4  bzw. 5 Prozent zusätliche Lehrerstunden zugewiesen. Das hessische Kultusministerium verweist immer wieder auf diese Tatsache, wenn die GEW auf die hohe Arbeitsbelastung hinweist. Damit jedoch diese zusätzlichen Ressourcen bei den Kolleginnen und Kollegen ankommen, ist es notwendig, dass in den Gesamtkonferenzen über die Nutzung dieser Stellen demokratisch entschieden wird. Das ist  zwar schulrechtlich geboten, geschieht vielfach jedoch nicht. Dies müssen Personalräte an dieser Stelle immer wieder einfordern.

Im Verlauf des Vormittags der Personalratsschulung bot die nordhessische GEW den Kolleginnen und Kollegen weitere Fortbildungsmöglichkeiten. Dabei ging es um Konferenzrechte, Rechte und Pflichten von Lehrerinnen und Lehrern in Teilzeit, sonderpädagogische Förderung und Arbeitsrechtsfragen für sozialpädagogische Fachkräfte.

Die Digitalisierung von Schule ist, nicht erst seitdem ein entsprechendes Bundesprogramm auf den Weg gebracht wurde, in aller Munde. Der Bezirksvorsitzende der GEW Nordhessen Carsten Leimbach arbeitete in seinem Vortrag heraus, dass der Weg in die richtige Richtung weist, jedoch gleichzeitig zu wenig ambitioniert ist. Die Universiät Bremen geht davon aus, dass 261 Euro pro Jahr und Schüler bzw. Schülerin an Grundschulen und 402 Euro an weiterführenden Schulen benötigt werden. Das fünf Milliarden Euro Programm ermögliche aber nur 108 Euro  je Schülerin bzw. Schüler im Jahr. Insbesondere ist es nicht möglich den IT-Support mit diesen Mitteln professionell aufzustellen und ein umfassendes Fortbildungsangebot für Lehrkräfte zu entwickeln. Die mangelnde Investition in staatliche Bildungsinfrastruktur kann aus Sicht der GEW letzlich dazu führen, dass führende IT-Konzerne ihren Einfluss auf das Bildungssystem unzulässig ausweiten, weil sie letztlich mit Rabatten locken, um ihre Technologien in die Schulen zu bringen. Carsten Leimbach betont, dass für die GEW das Primat der Pädagogik gilt. Die Technik kann die Lehrerinnen und Lehrer bei der Arbeit unterstützen, sie ersetzt aber nicht die Beziehungsarbeit mit den Schülerinnen und Schülern.

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