InteA als Erfolgsmodell hessischer Bildungspolitik?

27. September 2018

Fachforum

Die sprachliche Förderung von Schülerinnen und Schülern mit geringen oder gar keinen Deutschkenntnissen ist schon seit vielen Jahren eine Herausforderung, der sich die allgemeinbildenden wie auch die berufsbildenden Schulen in Hessen stellen. Gemeinsam mit der Wohlfahrtspflege und der Jugendsozialarbeit geht es ihnen aber auch darum, Seiteneinsteigerinnen und –einsteigern eine berufliche und lebensweltliche Orientierung zu vermitteln und den Übergang in andere Bildungsbereiche oder auf den Arbeitsmarkt zu gestalten. Diese Aufgabe hat mit dem Zuzug von vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Dringlichkeit gewonnen – nicht nur im Zusammenhang mit der Flucht aus Bürgerkriegsländern, sondern auch im Rahmen der europäischen Freizügigkeit. Das Hessische Kultusministerium rief im Jahr 2016 das Programm InteA (Integration durch Anschluss und Abschluss) an berufsbildenden Schulen ins Leben.

Dabei handelt es sich um ein Angebot für Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren, die in vielen Fällen alphabetisiert werden und zunächst grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache für den Übergang in eine Berufsausbildung oder in den Wechsel in einen anderen Bildungsgang erwerben müssen. In bis zu zwei Jahren sollen neben allgemeinen Sprachkenntnissen auch fachsprachliche Kenntnisse vermittelt werden. Seit der Einführung von InteA ist die Zahl der Kurse wie auch die der Teilnehmerinnen und Teilnehmer deutlich angestiegen. Gab es zum Schuljahresbeginn 2015/16 hessenweit noch knapp 130 InteA-Kurse, so stieg die Zahl bis auf annähernd 440 im Schuljahr 2016/17, im Schuljahr 2017/18 waren es rund 360. Damit gibt es inzwischen ein hohes Maß an praktischen Erfahrungen, das eine erste Bilanzierung von InteA ermöglicht. Außerdem stellt sich mit der zunehmenden Zahl an Abgängerinnen und Abgängern die Frage des „Anschlusses“ immer drängender. Wie kann das Ziel erfolgreicher Bildungsprozesse und gelingender Übergänge für Seiteneinsteigerinnen und -einsteiger erreicht werden? Gefordert sind dabei alle beteiligten Akteurinnen und Akteure wie Schulen, Jugendsozialarbeit, Jugendmigrationsdienste, Migrations- und Flüchtlingsberatungsstellen, Schulverwaltung sowie die Politik.

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