Chance oder Risiko?

Digitalisierung der Schulbildung in Hessen

9. Februar 2019, Gießen-Kleinlinden

Samstag, 9. Februar 2019 | 10.00 bis 16.30 Uhr
Bürgerhaus Kleinlinden | Zum Weiher 33, 35398 Gießen-Kleinlinden

Unterstützt von Bildungs- und Förderungswerk der GEW.

Bild: Patricia Prudente, pixabay.com

Die Digitalisierung ist zurzeit eines der am stärksten diskutierten bildungspolitischen Themen. Der Hessische Landtag hat in der Enquetekommission „Kein Kind zurücklassen – Rahmenbedingungen, Chancen und Zukunft schulischer Bildung in Hessen“ in der vergangenen Legislaturperiode nicht zuletzt das Thema Digitalisierung ausgiebig behandelt. Dies entsprach auch der Forderung von Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften.

Auf einer Expertenanhörung aufbauend haben die Abgeordneten mehrere, von allen Fraktionen getragene Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Unter anderem soll das Primat der Pädagogik gesichert werden. Daher sei der Gebrauch von automatisierten Lernprogrammen im schulischen Unterricht als Ergänzung, nicht als Ersatz für den Unterricht, der von einer Lehrkraft durchgeführt wird, anzusehen. Beim Einsatz von Lernsoftware müssten die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen zwingend eingehalten werden, um einen möglichen Missbrauch der Daten auszuschließen.

Aber was bedeutet Digitalisierung von Bildung für die Schulen konkret? Bringt die Digitalisierung von Bildung wirklich die von ihren Protagonistinnen und Protagonisten versprochenen Vorteile? Falls ja, unter welchen Voraussetzungen können digitale Medien zum Nutzen der Schülerinnen und Schüler eingesetzt werden? Oder überwiegen nicht vielmehr die Nachteile und Gefahren? Drohen gar „gläserne“ Schülerinnen und Schüler, über deren Lernweg allein ein Algorithmus entscheidet? Wie weit sind die Schulen in Hessen hinsichtlich der Digitalisierung vorangeschritten? Welche Maßnahmen plant die neue Landesregierung? 

Diese und weitere Fragen sollen im Rahmen der Fachtagung erörtert werden. Dabei sollen verschiedene Perspektiven Berücksichtigung finden: die der Schülerinnen und Schüler, die der Eltern sowie die der Lehrerinnen und Lehrer. Daran anschließend sollen auch mögliche Schlussfolgerungen für die hessische Bildungspolitik entwickelt werden.

Vorgesehener Ablauf

10.00 Uhr Anmeldung, Ankommen

10.30 Uhr Begrüßung: Maike Wiedwald, Vorsitzende GEW Hessen

10.45 Uhr Der Weg zu besserem Unterricht? Digitale Medien für Bildungsprozesse nutzen
Claudia Bremer, Universität Frankfurt 

  •     Der Einsatz digitaler Medien in Schulen lässt sich über verschiedene Aspekte untermauern. Kinder und Jugendliche leben in einer inzwischen zunehmend durch digitale Medien geprägten Welt. Um den daraus erwachsenden Anforderungen mündig zu begegnen, lässt sich an Schulen der Auftrag ableiten, Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung entsprechender Kompetenzen für einen emanzipierten, gestaltenden und kritischen Umgang mit digitalen Medien zu unterstützen. Zugleich ergeben sich durch einen integrierten Einsatz digitaler Medien in Schulen Potentiale zur Gestaltung von Unterricht, welche anhand von Beispielen erläutert werden.

11.15 Uhr  Big Brother is teaching you? Schule in den Zeiten der Überwachungspädagogik
Dr. Matthias Burchardt, Universität Köln
    

  • Digitale Medien bestimmen und verändern die gesellschaftliche Wirklichkeit. Auch Schule soll sich verändern und die Kreidezeit hinter sich lassen. Skeptische Zeitgenossen, die auf die Euphoriebremse treten, werden als ängstlich oder rückwärtsgewandt kritisiert. Aber gibt es nicht, wie bei allen Reformen der letzten Jahre, gute Gründe, besonnen vorzugehen? Wer ist eigentlich Treiber dieser Reformen, die sich als alternativlos inszenieren? Was bedeutet eine Digitalisierung der Bildung für die Ansprüche der Aufklärung oder der Mündigkeit? Oder ganz pragmatisch: Lernt man am Bildschirm wirklich besser als im analogen Unterricht? Der Vortrag plädiert aus einer nachdenklichen Distanz für eine Digitalisierung mit Augenmaß, damit Demokratie, Kultur und Gesellschaft weiterhin den Ansprüchen der Humanität genügen können.

11.45 Uhr Diskussion der Vorträge

12.30 Uhr Mittagspause

13.30 Uhr World-Café zu verschiedenen Themen

  • Handyverbote
  • Lehrerfortbildung
  • Cybermobbing
  • Hardware-Ausstattung
  • Lobbyismus/Kommerzialisierung
  • Datenschutz/gläserne Lernende
  • Ökologische Gesichtspunkte
  • Rahmenkonzeption

15.00 Uhr Zusammenfassung der Ergebnisse

15.45 Uhr Abschlussdiskussion

  • Korhan Ekinci, Vorsitzender Landeselternbeirat  
  • Johannes Strehler, Landesschulsprecher    
  • Maike Wiedwald, Vorsitzende GEW Hessen

16.30 Uhr Ende der Veranstaltung

Organisatorisches

Zielgruppe
Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Interessierte

Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben. Es werden Tagungsgetränke sowie ein Imbiss bereitgestellt.

Anmeldungen bis 3. Februar 2019
 geschaeftsfuehrung@gew-hessen.de
 069–971293-0

Akkreditierung
Die Akkreditierung als Fachtagung ist vorhanden..

Anfahrt Bürgerhaus Kleinlinden
Eine Anreise mit dem öffentlichen Personennahverkehr ist u.a. mit den Linien 1 und 11 der Stadtwerke Gießen möglich: Einstieg Haltestelle „Friedrichstraße“ in der Nähe des Hauptbahnhofs, Ausstieg Haltestelle „Wetzlarer Straße“ in Gießen-Kleinlinden.

Parkplätze sind vor Ort vorhanden.

Flyer