Auch für Lehrer*innen, Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen gelten die Arbeitsschutzbedingungen und Arbeitszeitregeln!

Pressemitteilung des DGB

19. Juni 2020

Im Zuge der Wiederaufnahme des Schulbetriebs in den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen hat der Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen Michael Rudolph vor einem Handeln gewarnt, dass die Belange der dort arbeitenden Menschen übergeht. „ Es wird zwar manche in der Kultusbürokratie überraschen aber auch Lehrer*innen, Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen sind Arbeitnehmer, für die die Arbeitsschutzbestimmungen und Arbeitszeitregeln gelten! Die Öffnung der Schulen in Hessen darf auf keinen Fall unter Verzicht auf Arbeitsschutz und Hygienestandards erfolgen.

Matthias Körner vom DGB Hessen-Thüringen und Vorsitzender Landesausschuss für Berufsbildung ergänzte: „Den Berufsschulen werden gerade im Wochentakte Zusatzaufgaben zugewiesen. Sie sollen die versäumten Inhalte der Azubis nachzuholen, die Prüfungsnahen Jahrgänge nach 12 Wochen Pause auf die Abschlussprüfungen vorbereiten, die Jugendlichen ohne Ausbildung im Übergangssystem beschulen, flexible Einstiege in einen verstolperten Start ins Ausbildungsjahr organisieren und das alles bitte  gleichzeitig und bis Herbst. Das ist nicht nur unrealistisch, das ist auch gegenüber den dort Beschäftigten verantwortungslos.“

Das Wiederanfahren der Schule und Beiträge der Berufsschulen zur Abwendung eines drohenden Desasters in der beruflichen Bildung seien wichtig. Das nun aber unter immer laxeren Sicherheitsregeln tun zu wollen führe im Gegenteil nur zu neuen Infektionsherden, die dann zu quarantänebedingten flächendeckenden Komplettschließungen führen. Offenbar wurden die bisherigen Planungen ohne Einschaltung der Personalvertretungen vorgenommen.

„Was sich momentan aber auch klar zeigt ist, dass sich die knappen Personalbemessungen und chronische Unterfinanzierung im Schulbereich rächen. Wenn wir eine Lehre aus den Herausforderungen der „Corona-Zeit“ ziehen sollten, dann dass unser Bildungsbereich mehr Personal und bessere Raumausstattungen braucht, um die – nicht nur durch die Pandemie – gestiegenen Anforderungen zu meistern“, so Michael Rudolph abschließend.