Top-Thema Bildung?

Ergebnisse der Kommunalwahlen in Hessen | HLZ Mai 2026

Am 15. März waren in Hessen 4,7 Millionen Wahlberechtigte dazu aufgerufen, über die zukünftige Zusammensetzung von Kreistagen, Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindeparlamenten zu entscheiden. Rund 2,5 Millionen haben von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Damit ist die Beteiligung gegenüber den letzten Kommunalwahlen auf 54 Prozent angestiegen.

Der HR hat im Rahmen seines repräsentativen „Hessentrends“ im Februar auch nach kommunalen Themen gefragt. Die Mehrheit gab an, dass sie ihre Wahlentscheidung vor allem an den Aussagen der Parteien und an den Kandidierenden ausrichtet. Bei immerhin 39 Prozent bestand eine langfristige Bindung an eine Partei, die für die Entscheidung eine Rolle spiele. Als wichtigstes Thema vor Ort wurde mit 37 Prozent „Straßenbau/Verkehr/ÖPNV“ benannt. Es folgten „Bildung/Schule“ (17 Prozent) sowie „bezahlbarer Wohnraum“ (16 Prozent). Angesichts der Tatsache, dass nur ein Teil der bildungspolitischen Zuständigkeiten bei den Kommunen liegt, ist das ein bemerkenswert hoher Wert. Kein anderes Thema hat im Vergleich zur letzten Befragung so stark zugelegt.

Inwiefern tatsächlich eine ernsthafte Auseinandersetzung der Wahlberechtigten mit den Positionen der vor Ort antretenden Parteien und Wählervereinigungen zu diesen Themen stattgefunden hat, lässt sich nicht überprüfen. In den landesweit erzielten Ergebnissen vermischen sich kommunale Gesichtspunkte mit dem Landes- und dem Bundestrend. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass beim Landesergebnis nur die Kreistage und die Stadtverordnetenversammlungen der kreisfreien Städte zusammengerechnet werden. In den kleineren Gemeinden sind viele Parteien jedoch überhaupt nicht angetreten. Wählergemeinschaften spielen dort eine deutlich größere Rolle.

Die CDU hatte landesweit mit 29,8 Prozent klar die Nase vorn. Es folgten die SPD mit 20,8 Prozent, die AfD mit 14,8 Prozent, die Grünen mit 14,0 Prozent und die Linke mit 5,7 Prozent. Die FDP kam lediglich auf 3,9 Prozent, die Freien Wähler erreichten 2,9 Prozent. Die Bewertung dieses Ergebnisses fällt unterschiedlich aus, je nachdem, welchen Vergleich man heranzieht. Gemessen an den Kommunalwahlen 2021, die in einem gänzlich anderen gesellschaftspolitischen Klima stattgefunden haben, konnten die CDU und die Linke erkennbar zulegen, am deutlichsten allerdings die AfD mit einem Plus von 8 Prozentpunkten. Die ehemaligen Ampel-Parteien verloren hingegen allesamt, am stärksten die Grünen. Im Vergleich zu den Landtagswahlen 2023 sieht es anders aus: CDU, FDP und AfD erzielten ein schwächeres Ergebnis. Die SPD schnitt besser ab, die Grünen blieben stabil. Die Linke kann gestärkt auf den Wiedereinzug in den Landtag hoffen.

In der HLZ 12-2025/1-2026 haben sich drei kommunalpolitisch aktive GEW-Mitglieder vorgestellt. Zwei von ihnen standen nun zur Wahl, und beide haben ein Mandat erreicht. Daher gratuliert die HLZ Astrid Eibelshäuser (SPD) zur Wahl in die Gießener Stadtverordnetenversammlung und Sebastian Schackert (Die Linke) zur Wahl in den Kreistag des Schwalm-Eder-Kreises. Astrid Eibelshäuser bilanzierte den Wahlkampf so: „‚Wir bauen Bildung aus‘ war ein zentraler Slogan der Gießener SPD für die Kommunalwahl. Wir waren damit erfolgreich und haben dazugewonnen. Investitionen in Bildungsbauten, gute Bedingungen für Schulentwicklung, Qualität der ganztägig arbeitenden Schulen und die Stärkung multiprofessioneller Teams werden auch in den kommenden Jahren von uns mit Nachdruck verfolgt. Bildung bleibt Top-Thema der Gießener SPD und auch für mich persönlich.“

Sebastian Schackert freute sich über den Einzug als Fraktion: „Es war spannend bis zur letzten Minute. Unser Ziel war die Fraktionsstärke. Diese haben wir erreicht, nicht zuletzt wegen des Spitzenteams, welches sehr unterschiedliche Kompetenzen mitbringt. Ich möchte gerne Mitglied im Ausschuss Bildung, Kultur und Sport werden. Die Fraktion freut sich über das Vertrauen der Wähler:innen und startet am 1. April in die Arbeit. Fatal finden wir alle den hohen Stimmenanteil der AfD, der uns anspornt, gegen Rassismus und Hetze zu kämpfen!“