Die Kinder- und Jugendfarm Dreieichhörnchen ist seit vielen Jahren ein besonderer Lern- und Lebensort für Kinder und Jugendliche in Dreieich und Umgebung. Ursprünglich in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit verwurzelt, ist die Farm bis heute ein Raum geblieben, zu dem Kinder freiwillig kommen. Hier können sie sich ausprobieren, Gemeinschaft erleben und eigene Stärken entdecken. Aus dieser pädagogischen Haltung heraus hat sich in den vergangenen Jahren ein zweites starkes Standbein entwickelt: die Zusammenarbeit mit Kitas, Schulen und Ganztagsträgern als außerschulischer Bildungspartner.
Heute besuchen uns Gruppen aus unterschiedlichen Bildungsbereichen, um Lernen praktisch, lebendig und mit allen Sinnen zu erfahren. Dabei verbinden wir unsere Erfahrungen aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit mit den Anforderungen und Inhalten schulischer Bildungspläne. So entstehen Angebote, die fachlich fundiert sind und gleichzeitig Raum für Selbstwirksamkeit, Beziehung und individuelle Entwicklung lassen. Schulklassen und Kitagruppen erleben auf der Farm Bildung in einem anderen Rhythmus: draußen, in Bewegung, im Tun und im echten Kontakt mit Natur, Material und Gemeinschaft. Kinder arbeiten mit Holz und Werkzeugen, versorgen Tiere, erleben Gartenarbeit vom Säen bis zur Ernte, entzünden Feuer, entdecken ökologische Zusammenhänge oder verarbeiten Schafwolle. Dabei lernen sie Planung, Ausdauer und Verantwortungsübernahme.
Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit ist das soziale Lernen. Auf der Farm entstehen ständig echte Lernsituationen: Wer übernimmt welche Aufgabe? Wie lösen wir Konflikte? Wie gehen wir miteinander um? Wie gelingt Zusammenarbeit? Kinder erleben sich hier in einer Gemeinschaft, in der jede und jeder gebraucht wird. Rücksichtnahme, Kommunikation, gegenseitige Unterstützung und Selbstvertrauen wachsen oft ganz selbstverständlich aus dem gemeinsamen Handeln heraus.
Als besonders wirksam erleben wir Projekte, die nicht nur einmalig stattfinden, sondern über mehrere Termine hinweg angelegt sind oder als fortlaufende Kooperation wachsen können. Erst durch wiederkehrende Besuche entstehen tiefere Lernprozesse, nachhaltige Naturbezüge und echte Verantwortungsübernahme. Auch für pädagogische Fachkräfte bieten langfristige Kooperationen einen großen Mehrwert, da Entwicklungsprozesse von Kindern gemeinsam begleitet und neue Perspektiven gewonnen werden können. So wird die Farm nicht nur zum Lernort für einen Tag, sondern zu einem verlässlichen Bildungsraum.
Viele Lehrkräfte erleben bei Besuchen auf der Farm Kinder noch einmal aus einer neuen Perspektive. Kinder, die im Klassenzimmer eher still sind, übernehmen plötzlich Verantwortung beim Versorgen der Tiere. Andere, denen langes Sitzen schwerfällt, zeigen beim Werkeln große Konzentration und Ausdauer. Kinder, die im schulischen Kontext wenig Erfolgserlebnisse haben, entdecken bei uns Fähigkeiten, die sonst verborgen bleiben. Hier entstehen wertvolle multiprofessionelle Sichtweisen.
Gerade mit Blick auf den Ausbau ganztägiger Bildungsangebote werden solche Erfahrungsräume immer wichtiger. Kinder brauchen nicht nur Betreuung, sondern auch Bewegung, frische Luft, Erde an den Händen, Naturerfahrungen, sinnhaftes Tun und Orte, an denen sie sich ganzheitlich entwickeln können. Außerschulische Lernorte wie die Farm ergänzen schulisches Lernen auf besondere Weise und schaffen wichtige Ausgleichs- und Entwicklungsräume. Die Kinder- und Jugendfarm Dreieichhörnchen ist deshalb mehr als ein Ausflugsziel. Sie ist ein Ort, an dem Kinder mit Kopf, Herz und Hand lernen – praxisnah, gemeinschaftlich und mit Freude. Pädagogische Angebote für Gruppen sind: Werkeln, Tiere, Garten, Feuer, Ökologie, Soziales Lernen, Wolle, Schmieden.