Auf Initiative des Hauptpersonalrats Schule (HPRS) wird die Deputatstundenberechnung für die Personalratstätigkeit von sozialpädagogischen Fachkräften in Gesamtpersonalräten vereinheitlicht. Da für diese Fachkräfte die Pflichtstundenverordnung keine Anwendung findet, ist eine Umrechnung des Grunddeputats von sechs Pflichtstunden in Zeitstunden notwendig. Ab dem kommenden Schuljahr wird eine Anrechnung von neun Zeitstunden gewährt, was als ein erfreuliches Ergebnis charakterisiert werden kann.
Das Ministerium plant, eine unbefristete Einstellung von Personen mit unterschiedlichen „Professionen“ als Lehrkräfte zu ermöglichen, die bereits jetzt an hessischen Förderschulen tätig sind. Dies soll im Rahmen von schulbezogenen Ausschreibungen erfolgen und den absehbar zunehmenden Lehrkräftemangel im Förderschulbereich abmildern. Einer Abfrage des Ministeriums zufolge kommen hierfür derzeit ca. 200 Personen im Schuldienst in Frage. Bedingungen für eine unbefristete Einstellung sollen drei Jahre „erfolgreiche Unterrichtstätigkeit“ sein und die Teilnahme an einigen halb- und ganztägigen Fortbildungsveranstaltungen. Voraussetzung ist lediglich eine abgeschlossene Berufsausbildung. Für den HPRS ist eine derartige Deprofessionalisierung von „unterrichtenden Lehrkräften“ nicht hinnehmbar. Daher hat er die Maßnahme abgelehnt. Es bleibt abzuwarten, ob das Ministerium versuchen wird, das Vorhaben trotzdem umzusetzen, oder ob es andere Vorschläge zum „Quereinstieg“ in diesen Bereich macht.
Durch eine bereits länger zurückliegende Änderung der E-Mail-Richtlinie ist es zulässig, sich dienstliche E-Mails auf andere dienstliche E-Mail-Adressen weiterleiten zu lassen. Darüber hinaus war es zeitweise technisch möglich, dienstliche E-Mails auch auf private Adressen weiterzuleiten, was nicht durch die Regelungen der Richtlinie gedeckt ist. Mittlerweile ist dies nach Auskunft des Ministeriums nicht mehr möglich. Das HMKB will jedoch prüfen, ob beispielsweise durch Anwendung einer „Positivliste“ (Whitelist) die Optionen der Weiterleitung vergrößert werden können.
An nun insgesamt neun beruflichen Schulen wird das Programm „smartPAPERS“ erprobt, das vor sieben Jahren von zwei Lehrkräften aus Kassel entwickelt wurde. Die Anzahl der Schulen soll jetzt auf 20 ausgeweitet werden. „smartPAPERS“ ermögliche Lehrkräften, Arbeitsblätter zu erstellen, die sich den individuellen Lernanforderungen von Schüler:innen anpassen und deren Lernverläufe transparent machen. Der Schwerpunkt der weiteren Erprobung liege auf der Anbindung generativer KI-Sprachmodelle. Langfristiges Ziel sei die Funktionsfähigkeit des Programms für alle 300 Berufe in Hessen. Eine Übertragung auf andere Schulformen sei nicht geplant und auch nicht realistisch umsetzbar. Das Datenschutzkonzept schließe die Möglichkeit der Überwachung von Lehrkräften aus.
Mittlerweile liegen erste Ergebnisse der Studie der Goethe-Universität Frankfurt zu „IT-HeRoEs“ vor (Influence of Technology on Health and Self-Reflection of Educators). Die Auswertungen zeigen hohe Werte bezüglich „Technostress“ bei Lehrkräften, auch im Vergleich zu anderen Berufsgruppen. Als gravierendste „Stressoren“ werden „mangelnder Support“ und „technische Störung“ genannt, aber auch eine „gestörte Work-Life-Balance“, die aus fehlender Abgrenzbarkeit und zu hoher Arbeitszeit insgesamt resultiere. Zum Zusammenhang von Technostress und seiner negativen Auswirkung auf das Wohlbefinden der Lehrkräfte falle auf, dass die Schulform keine Rolle spiele und ältere Lehrkräfte, entgegen gängiger Annahmen, eher weniger emotionale Erschöpfung durch Technostress erfahren. Grundsätzlich belege die Studie, dass Maßnahmen zur Reduktion der wesentlichen Stressoren (unzureichender Support, technische Störungen) dringend geboten sind. Es brauche Zeit zum Ausprobieren neuer Technologien, das Angebot von Fortbildungen im Bereich Digitalität müsse ausgebaut werden, hier bewege sich Deutschland im unteren Drittel aller OECD-Staaten. Einer Problemlösung durch verpflichtende Fortbildungen, wie sie im Koalitionsvertrag verankert sind, erteilen die Studienverantwortlichen eine deutliche Absage. Es gehe vielmehr darum, dass Lehrkräfte digitale Möglichkeiten ausprobieren können und daraus positive Erlebnisse ziehen („erlebte Nützlichkeit“). Eine Verpflichtung zur Fortbildung sei hier möglicherweise sogar kontraproduktiv. Zu der Perspektive der zukünftigen Aufgabenformate erklären die Forschenden, dass mit der Entwicklung von KI die reine Wiedergabe ebenso wie die klassische Hausaufgabe kaum mehr Relevanz haben werden, Transfer und Anwendung demgegenüber weiterhin sinnvolle Formate seien. Bedeutsamer denn je sei die Reflexionsfähigkeit und, damit verbunden, die Resilienz gegenüber Fehlinformation.
Das Ministerium lässt derzeit eine Effizienzstudie zur Arbeit der Lehrkräfteakademie und der Studienseminare durchführen. Damit wurde das externe Wirtschaftsberatungsinstitut „Prognos“ beauftragt. Eine Beteiligung des HPRS im Vorfeld fand nicht statt. Hier ist aber vor allem der Personalrat der Lehrkräfteakademie und der HPR Verwaltung in der Beteiligung. Immerhin ca. 500.000 Euro werden für diese Effizienzstudie ausgegeben, vermutlich um bei geplanten Einsparmaßnahmen sagen zu können, dass ja nur Empfehlungen von Prognos umgesetzt würden. In der Lehrkräfteakademie und in den Studienseminaren führt dies schon jetzt zu erheblichen Irritationen. Schon seit mehreren Jahren werden Leitungsstellen an Studienseminaren nicht wieder neu besetzt, bereits beauftragte Ausbildungsleiter:innen seit geraumer Zeit nicht mehr befördert. Erste Ergebnisse der Studie sollen in Kürze vorliegen.