Frankfurt: Am kommenden Freitag wird im Bundestag über das „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“ abschließend beraten. Auch in Hessen protestieren Schüler:innen am bundesweiten Aktionstag gegen die Zwangsmusterung und die Wehrpflicht. Die GEW Hessen solidarisiert sich mit dem Anliegen der Schüler:innen.
In Hessen finden Aktionen in Kassel, Darmstadt, Friedberg, Frankfurt, Hanau, Wiesbaden, Marburg und im Untertaunus statt. Heike Ackermann, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen, teilte die Sorgen der Schüler:innen zum Thema Wehrpflicht: „Frieden braucht friedvolle Erziehung. Die Schüler:innen an den hessischen Schulen sollten aktiv dazu angeleitet werden, sich kritisch mit der Gegenwart auseinanderzusetzen. Viele der Schüler:innen haben sich eine eigene Meinung zu diesem Thema gebildet. Eine verpflichtende Musterung und eine mögliche Rekrutierung für den Wehrdienst ist genau das Gegenteil von dem, was die meisten von ihnen wollen. Deshalb solidarisieren wir uns mit ihrem Protest“.
Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht vor, dass alle 18-jährigen Männer und Frauen einen Fragebogen erhalten, in dem persönliche Daten und Qualifikationen sowie die Bereitschaft zu einem Dienst bei der Bundeswehr erfragt werden. Diese Abfrage wird mit dem Jahrgang 2008 beginnen und für Männer verpflichtend zu beantworten sein. Ab 2027 soll auch die Musterung für Männer verpflichtend sein.
Die GEW Hessen positioniert sich klar gegen die zunehmende Militarisierung in Deutschland, die aus ihrer Sicht keine zielführende Maßnahme zur Friedenserhaltung ist. Gleichzeitig führt die schuldenfinanzierte Aufrüstung zu massiven Kürzungen in der Daseinsfürsorge. Davon sind vor allem die Sozial- und Bildungsbereiche betroffen. „Wir lehnen daher die einseitige Darstellungen sicherheitspolitischer Themen an den hessischen Schulen ab. Zudem sollte es der Bundeswehr verboten sein, in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen für den Dienst an der Waffe zu werben und Minderjährige zu rekrutieren“, erklärte Ackermann.
Die GEW weist in diesem Zusammenhang auf ein Widerspruchstool der Kampagne „Unter 18nie! Keine Minderjährigen in der Bundeswehr“ gegen die Übermittlung der Daten Minderjähriger an die Bundeswehr hin. Jugendliche und deren Eltern können dort einen Brief an die zuständigen Einwohnermeldeämter erstellen lassen, in dem sie der Übermittlung ihrer persönlichen Daten widersprechen – und zwar bevor sie Post von der Bundeswehr bekommen. Das Tool steht unter dem Link unter18nie.de/widerspruchs-tool kostenfrei zur Verfügung.
Hier eine Übersicht über die Veranstaltungen zum Schulstreik am 5. Dezember 2025 in Hessen:
- Kassel, 12 Uhr, Rathaus
- Darmstadt, 11.30 Uhr, Luisenplatz
- Friedberg, 11.30 Uhr , Elvis-Presley-Platz
- Frankfurt, 12 Uhr, Willy-Brandt-Platz
- Hanau, 10 Uhr, Freiheitsplatz
- Marburg, 13.30 Uhr, Erwin-Piscator-Haus
- Untertaunus, Kundgebung in mehreren Schulhöfen, anschließende Fahrt nach Frankfurt
- Wiesbaden, 9 Uhr, Dernsches Gelände
Quelle (Stand: 3.12.2025)