Frankfurt: Morgen wird das hessische Kompetenzzentrum für sprachliche Bildung und Förderung in der frühen Kindheit eröffnet. Die GEW Hessen begrüßt die Einrichtung eines zentralen Kompetenzzentrums grundsätzlich. Gleichzeitig fordert sie die Landesregierung auf, schnell Klarheit für die Beschäftigten der Sprach-Kitas sowie für die betroffenen Einrichtungen zu schaffen und eine auskömmliche Finanzierung sicherzustellen.
Die GEW Hessen bewertet die geplante Weiterentwicklung der Sprachförderung grundsätzlich positiv. Es sei sinnvoll, Sprachförderung dauerhaft strukturell im System der frühkindlichen Bildung zu verankern, statt sie immer wieder über befristete Projektmittel organisieren zu müssen. Gleichzeitig laufen die bisherigen Förderstrukturen Ende 2026 aus. Heike Ackermann, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen, fordert eine ausfinanzierte Übergangslösung für die Beschäftigten, bis die neuen Regelungen greifen: „Für die Beschäftigten und die Einrichtungen braucht es jetzt schnell eine verlässliche Übergangslösung, damit keine der rund 500 Fachkräfte verloren gehen und die wichtige Arbeit in der Sprachförderung ohne Brüche fortgesetzt werden kann“.
Dass künftig alle Einrichtungen von zusätzlichen Unterstützungsstrukturen profitieren sollen, sei grundsätzlich ein richtiger Ansatz. „Gute Sprachbildung darf kein zeitlich befristetes Projekt bleiben, sondern muss dauerhaft abgesichert werden. Sie ist eine zentrale Voraussetzung für Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Dafür braucht es nachhaltige Finanzierung, ausreichend qualifiziertes Personal und verlässliche Strukturen“, so Ackermann.
Entscheidend wird aus Sicht der GEW Hessen sein, dass die Neuaufstellung der Sprachförderung mit zusätzlichen Ressourcen hinterlegt wird. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gewerkschaft die Kürzungen bei der Betriebskostenförderung für Kindertageseinrichtungen in Höhe von 45 Millionen Euro kritisiert und vor weiteren Belastungen für Kommunen und Träger gewarnt. Vor diesem Hintergrund müsse die Landesregierung nun transparent darlegen, wie die Finanzierung des geplanten Kompetenzzentrums ausgestaltet werden soll.
„Das neue Kompetenzzentrum wird nur dann ein Fortschritt für die Kinder, die Beschäftigten und die Einrichtungen sein, wenn es auskömmlich finanziert wird. Es darf nicht dazu kommen, dass Verbesserungen bei der Sprachförderung durch Einsparungen an anderer Stelle in der Kita-Finanzierung wieder aufgezehrt werden. Die Kitas brauchen beides: eine verlässliche Sprachförderung und eine auskömmliche Finanzierung ihrer täglichen Arbeit“, betont Ackermann.
Die GEW Hessen wird die weitere Ausgestaltung der Reform kritisch begleiten und sich dafür einsetzen, dass sowohl die Interessen der Beschäftigten als auch die Bedarfe der Kinder und Einrichtungen berücksichtigt werden.