Kassel: Rund 60 Lehrkräfte haben vor der Reinhardswaldschule gegen die Schließung der Tagungsstätte in Fuldatal protestiert. Die GEW Hessen kritisiert die geplante Schließung, da die Lehrkräftefortbildung in ganz Nordhessen ohne diese Einrichtung gefährdet sei.
Die Reinhardswaldschule ist laut GEW Hessen ein wertvoller Ort für pädagogische Fort- und Weiterbildungen durch die Hessische Lehrkräfteakademie. Das Hessische Kultusministerium begründet die Schließungspläne vor allem mit finanziellen Defiziten sowie einer sinkenden Auslastung. Heike Ackermann, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen, kritisierte die Pläne der Landesregierung: „Das Kultusministerium beklagt die geringe Auslastung der Reinhardswaldschule und begründet damit die Schließung. Dabei hat es selbst dafür gesorgt, dass dort nur noch ganztägige Fortbildungen in Bezug auf Digitalisierung und digitales Lernen im Unterricht abgehalten werden.“
Sollte es zu der Schließung kommen, greife dies tief in die Bildungsqualität ein. „Die Reinhardswaldschule ist ein traditionsreicher Ort der Lehrkräftebildung. Fällt diese Tagungsstätte weg, hat das Auswirkungen auf die gesamte Lehrkräftebildung in Hessen“, machte Ackermann deutlich. Längere Anfahrtswege für Lehrkräfte, die ihre Fortbildungen an anderen Standorten besuchen müssten, wären die Folge. Das führe zu einer immensen Mehrbelastung der Kolleg:innen und sei ein Armutszeugnis für das Hessischen Kultusministerium.