Neue Lehrkräfte brauchen mehr als warme Worte!

GEW Hessen begrüßt neue Referendar:innen | Pressemitteilung

Frankfurt:Am 4. Mai startet der Vorbereitungsdienst für die neuen hessischen Referendar:innen. Die GEW Hessen begrüßt die Kolleg:innen und fordert die Landesregierung auf, die Bedingungen in der Lehrkräfteausbildung zu verbessern.

Die GEW Hessen begrüßt alle neuen Kolleg:innen im Vorbereitungsdienst und wünscht ihnen viel Erfolg. Fertig ausgebildete Lehrkräfte sind besonders wichtig, um den Mangel an vollständig ausgebildeten Lehrkräften zu schmälern. Um den Beruf der Lehrkraft attraktiver zu machen, muss nach Auffassung der GEW Hessen die Vergütung der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst deutlich angehoben werden. Außerdem müsse die Landesregierung den begonnenen Kahlschlag in der Lehrkräfteausbildung rückgängig machen und dort wieder mehr investieren.

Die Anwärterbezüge in Hessen liegen bei rund 1770 Euro brutto auf einem viel zu niedrigen Niveau. Auch die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst müssen die gestiegenen Lebenshaltungskosten stemmen. „Sie sollten mehr Anerkennung bekommen, auch um wieder mehr Menschen für den Beruf zu gewinnen“, sagte Heike Ackermann, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen. 

Hessen weist unter den westdeutschen Bundesländern den höchsten Lehrkräftemangel auf. „Die geplanten Kürzungen bei der Betreuung und der Ausbildungszeit werden zu einem höheren Leistungsdruck für angehende Lehrkräfte und deren Ausbilder:innen führen. Dies wird zu Folge haben, dass die hohe Abrecher:innenzahl weiter steigen wird. Das Kultusministerium sollte die schon jetzt schlechten Ausbildungsbedingungen verbessern, anstatt sie noch weiter zu verschlechtern“, sagte Ackermann. Die GEW Hessen fordere deshalb die Rücknahme der Arbeitszeitverdichtung, die Aufhebung des Einstellungsstopps sowie den Erhalt eines mindestens 21-monatigen Vorbereitungsdienstes mit bewertungsfreier Einführungsphase.

Das Referendariat sei laut der letztjährigen GEW-Umfrage ohnehin eine sehr belastende Zeit. Über 90 Prozent der Teilnehmenden gaben an, dass sie körperlich und emotional erschöpft sind. Gleichzeitig klagten 82 Prozent darüber, dass sich der Vorbereitungsdienst negativ auf die mentale Gesundheit auswirkt. „Behält die Landesregierung ihren aktuellen Sparkurs bei, werden sich immer weniger Menschen für den Beruf der Lehrkraft entscheiden“, befürchtet Ackermann.

Um den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst mit praxisorientierten Informationen zur Seite zu stehen, stellt die GEW Hessen ein um die neusten Rechtstexte aktualisiertes E-Paper zur Verfügung.