Lesung und Diskussion - Krisenbuch Schule: Herausforderungen und Lösungen

Lesung und Diskussion aus dem und über das Krisenbuch Schule der Rosaluxemburg Stiftung am Dienstag, dem 8. September 2026, um 18 Uhr im Clob Voltaire in Frankfurt. 

Herausforderungen und Lösungsansätze an unseren Schulen, Katrin Schäfgen diskutiert mit Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen.

Hier könnt ihr das PDF zum Krisenbuch herunterladen! 

Schulen in Deutschland sind am Limit: Lehrkräftemangel herrscht inzwischen in nahezu allen Bundesländern, über eine wachsende Zahl von Quer- und Seiteneinsteiger*innen wird versucht, den Bedarf zu decken. Bei Erzieher*innen, Schulsozialarbeiter*innen und weiteren Professionen sieht die Situation nicht besser aus. Und statt mittels multiprofessionellen Teams eine gute und zeitgemäße Bildung anzubieten, werden die neuen Professionen an Schulen häufig als Lückenfüller*innen in einem defizitären System verheizt.

Schätzungen der Kultusministerkonferenz (KMK) zufolge fehlen derzeit 25.000 Lehrkräfte in Deutschland. Lehrer*innen arbeiten regelmäßig deutlich mehr als die vorgesehenen 40 bzw. 41 Stunden pro Woche. In Berlin wurde die Jahresarbeitszeit von 1.772 Stunden im Durchschnitt circa 100 Stunden überschritten (Schuljahr 2023/24). Besonders alarmierend ist, dass 64 Prozent der Lehrkräfte in Berlin Mehrarbeit leisteten, 30 Prozent der Vollzeitkräfte überschritten in der Schulzeit sogar die im Arbeitszeitgesetz festgelegte Obergrenze von 48 Stunden pro Woche. Auch bei Schulbegleiter*innen und Schulsozialarbeiter*innen ist die Belastung hoch. Laut ver.di berichten fast 85 Prozent der Schulsozialarbeiter*innen von regelmäßigen Überschreitungen der vereinbarten Arbeitszeit. Drei Viertel geben an, krank zur Arbeit zu gehen. Verletzendes Verhalten ist an der Tagesordnung: 85 Prozent der Befragten erleben psychische Gewalt unter Kindern.

Das „Krisenbuch Schule“ richtet den Fokus auf diejenigen, die in einem heruntergewirtschafteten System arbeiten und lernen (müssen): Lehrer*innen, Schüler*innen, Erzieher*innen, Eltern, Schulsozialarbeiter*innen und Referendar*innen kommen darin zu Wort. Sie berichten eindrücklich von ihren täglichen Herausforderungen, von Überforderung, Frustration und Resignation. Die persönlichen Berichte werden durch kurze Texte ergänzt, die die geschilderten Herausforderungen in einen größeren Zusammenhang stellen: zur maroden Infrastruktur, zur Arbeitszeit von Lehrkräften, zur Zunahme von grenzüberschreitendem Verhalten oder dem Mythos, KI könne die beschriebenen Probleme lösen. Darüber hinaus werden Vorstellungen zu einer zeitgemäßen Schule entwickelt und es wird gezeigt, was politisch notwendig ist und wie sich Beschäftigte gegen Überforderung zur Wehr setzen können.

Wir wollen mit euch darüber ins Gespräch kommen, wie sich das Schulsystem verändern kann und woran es bisher scheitert! Dafür haben wir deutschlandweit Veranstaltungen geplant: