Frankfurt: Der Landesvorstand der GEW Hessen weist die möglicherweise geplanten Einsparungen der Landesregierung im Bereich der Lehrkräfteausbildung mittels einer Resolution zurück. Die Kürzungspläne gefährden die Bildungsqualität an hessischen Schulen.
Trotz eklatantem Lehrkräftemangel und wachsender gesellschaftlicher Anforderungen an Schulen plant die hessische Landesregierung offenbar drastische Einsparungen in der Lehrkräfteausbildung. Besonders betroffen: Die zweite Ausbildungsphase – der Vorbereitungsdienst, in dem angehende Lehrer*innen auf den Schulalltag vorbereitet werden. Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, sagte dazu: „Wenn wir bei der Ausbildung derjenigen sparen, die unsere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unterrichten sollen, dann sparen wir an der falschen Stelle – und das mit dramatischen Folgen.“
Konkret werden Kürzungen diskutiert wie:
- eine Reduzierung der wöchentlichen Ausbildungsstunden pro Lehrkraft,
- die Zusammenlegung von Standorten,
- eine mögliche Verkürzung des Referendariats,
- niedrigere Vergütung für Ausbildungskräfte,
- sowie ein genereller Stopp von Stellenausschreibungen und Beförderungen.
„Gerade jetzt brauchen wir mehr Qualität in der Ausbildung, nicht weniger“, so Hartmann. „Wenn schlechter vorbereitete Lehrkräfte in ohnehin belastete Kollegien kommen, verschärft sich die Krise weiter. Das ist ein gefährlicher Teufelskreis, der am Ende unsere Schülerinnen und Schüler trifft.“
Denn: Der Druck auf das Schulsystem ist enorm: Integration, Inklusion, Demokratieförderung, Extremismusprävention, Bildung für nachhaltige Entwicklung – der Katalog gesellschaftlicher Anforderungen wird immer länger. Gleichzeitig fehlen tausende Lehrkräfte, insbesondere mit pädagogischer Ausbildung. In dieser Situation jetzt bei der Ausbildung zu sparen, ist aus Sicht der GEW verantwortungslos.
Die GEW Hessen fordert das Hessische Kultusministerium auf, die Kürzungspläne umgehend zu stoppen und stattdessen in die Stärkung der Lehrkräfteausbildung zu investieren.
„Wer jetzt an der Bildung spart, gefährdet nicht nur die Gegenwart, sondern verspielt das Vertrauen in die Politik“, sagte Hartmann abschließend.