Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst und Ausbilder:innen demonstrieren in Marburg

Der Protest geht weiter | Pressemitteilung

Marburg: Gegen die geplanten Kürzungen und Verschlechterungen in der hessischen Lehrkräfteausbildung gingen viele Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiV), Ausbilder:innen und Unterstützer:innen am Samstag, den 19. September 2026, in Marburg auf die Straße. Unter dem Motto „Gute Schule braucht gut ausgebildete Lehrkräfte“ forderten sie ein Ende der Kürzungspolitik und bessere Ausbildungsbedingungen.

Im Mittelpunkt stehen der Einstellungsstopp an Studienseminaren, die zunehmende Arbeitszeitverdichtung, geplante Schließungen von Fortbildungsstätten sowie die beabsichtigte Verkürzung des Vorbereitungsdienstes. Betroffen sind sowohl die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst als auch ihre Ausbilder:innen. Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, kritisierte das Vorgehen der Landesregierung: „Gute Schule braucht gut ausgebildete Lehrkräfte. Dafür braucht es Zeit, Qualität und verlässliche Rahmenbedingungen statt weiterer Kürzungen. Die Belastung im Vorbereitungsdienst ist bereits heute hoch. Weitere Arbeitsverdichtung und Einschnitte gefährden die Qualität der Ausbildung.“

Mit Blick auf die neusten PISA-Ergebnisse hat der eingeschlagene Sparkurs des Kultusministeriums fatale Folgen. „Noch kürzere Studien- und Ausbildungszeiten belasten die angehenden Lehrkräfte zusätzlich. Stattdessen brauchen sie mehr statt weniger Zeit für eine ordentliche Vorbereitung.“ Hessen biete bereits jetzt mit sieben Semestern Studiendauer im Lehramt an Grundschulen und im Lehramt an Haupt- und Realschule eine der bundesweit kürzesten Studienzeiten an. Die GEW Hessen setze sich daher für eine längere Studiendauer ein. „Eine verdichtete Vorbereitungszeit führt voraussichtlich zu mehr Abbrüchen. Die Gesetzesänderung sorgt also langfristig dafür, dass weniger Menschen Lehrkraft werden“, stellte Hartmann abschließend fest. 

Zudem fordert die GEW Hessen die Rücknahme der Arbeitszeitverdichtung, die Aufhebung des Einstellungsstopps und den Erhalt eines mindestens 21-monatigen Vorbereitungsdienstes. Darüber hinaus brauche es eine faire Bezahlung, zeitgemäße Ausbildungsbedingungen und einen Ausbau der Fortbildung. Die Demonstration wurde von der Allianz Pro Bildung und der GEW Hessen organisiert.