Seeheim-Jugenheim: Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes und Innenminister Poseck haben sich nach harten Verhandlungen auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Die rund 58.000 im öffentlichen Dienst des Landes Hessen Beschäftigten erhalten 5,8 Prozent mehr Gehalt in zwei Schritten.
In einem ersten Schritt erhöht sich der Lohn zum 1. Juli 2026 um 3 Prozent, mindestens aber 110 Euro monatlich. Am 1. Oktober 2027 gibt es eine weitere Erhöhung um 2,8 Prozent. Der Tarifvertrag läuft 25 Monate und endet im Februar 2028. Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, bewertete das Ergebnis nach dem Ende der Tarifverhandlungen in Seeheim-Jugenheim: „Dieser Kompromiss ist nach sehr schwierigen Verhandlungen zustande gekommen. Mit der Einigung halten die Beschäftigten des Landes Hessen Anschluss an die Entgeltentwicklung in den anderen Bundesländern. Zum Vorteil der Beschäftigten ist die etwas kürzere Laufzeit in Hessen. Zudem werden die Entgelte der hessischen Beschäftigten in nur zwei statt in drei Schritten erhöht. Neben der Gehaltserhöhung ist es uns gelungen, die Überarbeitung der Lehrkräfteentgeltordnung zu vereinbaren. Gleichzeitig wird das Landesticket fortgesetzt. Zusammenfassend ist es uns trotz der schwierigen Vorzeichen gelungen, einen Schluck Wein in das Wasser zu schütten“.
Zudem hat die Landesregierung auch in diesem Tarifvertrag die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamt:innen und Versorgungsempfänger:innen versprochen. „Die Landesregierung ist gut beraten, wenn sie ihren Worten auch Taten folgen lässt. Die Kolleg:innen haben die verschobene Besoldungsanpassung des letzten Jahres keinesfalls vergessen“, stellte Hartmann abschließend fest.
Die Stundensätze der studentischen Beschäftigten werden im Wintersemester 2026/2027 auf 15,20 Euro angehoben. Im Wintersemester 2027/2028 erfolgt eine weitere Erhöhung auf 15,90 Euro pro Stunde. Die Aufnahme der studentischen Beschäftigten in den Tarifvertrag Hessen lehnte Innenminister Roman Poseck weiterhin kategorisch ab. „Es ist sehr enttäuschend, dass sich Innenminister Poseck und die Hochschulleitungen nicht bewegt haben. Sie verwehren aus ideologischen Gründen 12.000 studentischen Beschäftigten den Schutz eines Tarifvertrages. Die Erhöhung der Mindeststundensätze um Cent-Beträge ist nicht ausreichend, zudem sind diese nicht individuell einklagbar“, betonte Simone Claar, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen.