Innenminister Poseck muss sich bewegen und ein Angebot vorlegen!

Tarifverhandlungen des Landes Hessen haben begonnen | Pressemitteilung

Wiesbaden: Zum Auftakt der Tarifrunde im öffentlichen Dienst des Landes Hessen hat Innenminister Poseck kein Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaften fordern 7 Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten, mindestens 300 Euro monatlich.

Die GEW Hessen hat Innenminister Poseck aufgefordert, sich zu bewegen und ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, machte deutlich, warum es zügig eine gute Tarifeinigung braucht: „Die Beschäftigten im Landesdienst erwarten angesichts der Reallohnrückgänge der letzten Jahre einen deutlichen Lohnzuwachs. Es ist keine Zeit für taktische Spielchen. Denn: Die Beschäftigten im hessischen Landesdienst sind die letzte Gruppe im gesamten bundesdeutschen öffentlichen Dienst, für die noch keine Einkommensverbesserung für 2026 geregelt wurde. Die Kolleg:innen haben mehr Geld für ihre gute Arbeit verdient.“

Die GEW und die anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordern 7 Prozent mehr, mindestens 300 Euro monatlich. Zudem sollen die rund 12.000 studentischen Hilfskräfte in den Tarifvertrag-Hessen einbezogen werden. Deren Arbeits- und Einkommensbedingungen setzt der Arbeitgeber bis heute einseitig fest.

Die GEW erwartet darüber hinaus, dass Verhandlungen über die Eingruppierung von Lehrkräften aufgenommen werden. Ein Eingruppierungs-Tarifvertrag ist 2022 in Kraft getreten. Dieser müsse aber, so Hartmann, unter anderem angesichts neuer Berufsgruppen, die vom Land als Lehrkräfte eingestellt werden, dringend weiterentwickelt werden. 

Die Tarifrunde Hessen ist auch für die Beamtinnen und Beamten sowie die Pensionärinnen und Pensionäre des Landes von Bedeutung. Die Gewerkschaften fordern, ein mögliches Tarifergebnis bei den Einkommen auf diese Gruppe zeit- und wirkungsgleich zu übertragen. 

Hintergrund

Hessen ist als einziges Bundesland nicht Mitglied des Arbeitgeberverbandes „Tarifgemeinschaft deutscher Länder“ (TdL). Die Tarifverhandlungen für die hessischen Landesbeschäftigten werden daher seit dem Austritt 2004 eigenständig geführt. Nach dem Verhandlungsstart am 27. Februar 2026 im Wiesbadener Innenministerium und einer Zwischenverhandlungsrunde am 9. und 10. März könnte es schon möglicherweise bei der dritten Runde am 26. und 27. März 2026 zu einer Tarifeinigung kommen. 

Für den Bereich der TdL wurde am 14. Februar 2026 bereits ein Tarifabschluss erzielt. Insgesamt erhöhen sich die Entgelte um 5,8 Prozent in drei Schritten. Die Laufzeit beträgt 27 Monate und endet am 31. Januar 2028: Zum 1. April 2026 steigen die Tabellenwerte um 2,8 Prozent, mindestens aber 100 Euro, zum 1. Februar 2027 um 2,0 Prozent und zum 1. Januar 2028 um 1,0 Prozent.