Frankfurt: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen zeigt sich besorgt über die Streichung der wissenschaftlichen Stelle zum Thema Antiziganismus an der Technischen Universität Darmstadt. Die Entscheidung sende ein falsches Signal in einer Zeit, in der Diskriminierung von Sinti und Roma weiterhin gesellschaftliche Realität sei.
Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, warnt vor den Folgen insbesondere für Schulen und die Lehrkräftebildung: „Die Auseinandersetzung mit Antiziganismus gehört zu einer demokratischen und diskriminierungskritischen Bildung. Wenn entsprechende wissenschaftliche Expertise an den Hochschulen abgebaut wird, fehlen langfristig wichtige Impulse für Unterricht, Fortbildung und Schulentwicklung.“ Gleichzeitig widerspreche es den Zielen des im Jahr 2023 geschlossenen Staatsvertrages. „Die Landesregierung hat sich verpflichtet, die gleichberechtigte Teilhabe der Deutschen Sinti und Roma zu gewährleisten. Mit ihrem aktuellen Kurs kommt die Landesregierung ihrer Zusage nicht nach“, kritisierte Hartmann.
Hartmann betont, dass Schulen auf fundierte Unterstützung angewiesen seien, um Vorurteile und Ausgrenzung wirksam zu thematisieren. Gerade angesichts zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung brauche es mehr – und nicht weniger – Forschung und Bildungsarbeit zu Antiziganismus. „Kultusminister Schwarz wird sich an seiner Aussage messen lassen müssen, reichweitenstärkere Fortbildungsformate durch die Hessische Lehrkräfteakademie anbieten zu lassen.“
Die GEW Hessen fordert das Kultusministerium auf, neben den zusätzlich Angeboten durch die Lehrkräfteakademie die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema Antiziganismus dauerhaft an der TU Darmstadt abzusichern.