„Abiturprüfungen werden Lehrkräfte extrem belasten“

GEW Hessen erhebt erneut Mehrarbeit von Lehrkräften | Pressemitteilung

Frankfurt: Morgen beginnen die schriftlichen Abiturprüfungen in Hessen. Die GEW Hessen wünscht allen Schüler:innen, Lehrkräften und Eltern eine erfolgreiche Prüfungsphase. Gleichzeitig müssen die Korrekturen parallel zum laufenden Unterricht erfolgen – hierdurch wird sich die Arbeitszeit von vielen Kolleg:innen auf ein kaum vertretbares Ausmaß erhöhen. Die GEW Hessen fordert deshalb verbindliche Korrekturtage für die betroffenen Lehrkräfte.
 

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Bereits im fünften Jahr in Folge erhebt die GEW Hessen den Mehraufwand, der durch die Korrektur der Abiturprüfungen entsteht. Anders als der Kultusminister möchte die GEW Hessen diesen Aufwand durch eine Umfrage erheben. Thilo Hartmann, Vorsitzender der hessischen GEW, erklärt, warum die GEW die Umfrage erneut durchführt: „Die Abiturprüfungen werden auch in diesem Jahr zu sehr hohen Belastungen führen, die weit über das zumutbare Maß hinausgehen. Zudem wird der Korrekturdruck in diesem Jahr durch zwei Faktoren verschärft. Zum einen werden die besonders prüfintensiven Fächer wie Deutsch, Englisch und Französisch relativ spät abgefragt. Zum anderen ist der Prüfungszeitraum durch die späten Osterferien und bereits Ende Juni beginnenden Sommerferien sehr kurz.“ Die Umfrage aus dem letzten Jahr habe ergeben, dass Lehrkräfte während der dreiwöchigen Korrekturzeit der Abiturprüfungen mehr als 41 Stunden zusätzlich gearbeitet haben. Die Beschäftigten hätten in den letzten Umfragen klargemacht, dass sie verbindliche Korrekturtage für sinnvoll erachten. „Deshalb ist es an der Zeit, dass Kultusminister Schwarz als ehemaliger Gymnasiallehrer endlich auf die Forderung eingeht“.

Die anonymisierte Umfrage der GEW Hessen beginnt am 15. April und endet am 14. Juni 2026. Zudem bietet die GEW Hessen eine weitere Umfrage für die Lehrkräfte an, die die Abschlussprüfungen der Sekundarstufe I oder der beruflichen Schulen korrigieren. Diese Prüfungen beginnen am 4. Mai 2026. 

Hintergrund

Seit den Abiturprüfungen 2021 werden die Prüfungen nach den Osterferien geschrieben. Das führt zu zusätzlicher Belastung für die Kolleg:innen, weil die Korrekturen nicht mehr während der unterrichtsfreien Zeit erfolgen können.

Anders als beispielsweise in Niedersachsen gibt es in Hessen keine verbindlichen Korrekturtage. Lehrkräfte müssen einen Antrag auf Befreiung vom Unterricht zum Zweck der Korrektur von Abiturprüfungen stellen. Ob dieser genehmigt wird und wie viele Korrekturtage vereinbart werden, hängt von der Schulleitung ab.

Hier finden Sie die Ergebnisse der Umfrage 2025