Frankfurt: Die GEW Hessen hat die Personalentwicklung der hessischen Hochschulen ausgewertet. Der Anteil von befristet beschäftigten Mitarbeitenden ist weiterhin sehr hoch. Die GEW fordert die Landesregierung auf, sich für mehr unbefristete Beschäftigung einzusetzen.
82,5 Prozent der 11.130 wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter:innen an hessischen Hochschulen waren 2024 befristet beschäftigt – die Zahl ist seit Jahren trotz politischen Versprechungen nahezu unverändert. Die aktuellen Zielzahlen für mehr unbefristete Stellen in den Zielvereinbarungen mit den Hochschulstandorten wurden größtenteils verfehlt. Angesichts der Ergebnisse warnt Simone Claar, stellvertretende Landesvorsitzende der GEW Hessen: „In diesem Jahr müssten über 100 unbefristete Stellen für wissenschaftliche Beschäftigte geschaffen werden, um das Ziel des noch gültigen Hochschulpaktes für 2025 zu erreichen.“ Der in diesem Jahr endende Hochschulpakt gibt vor, dass insgesamt 1.624 Stellen an hessischen Hochschulen unbefristet sein sollen. Auf diese Zahl haben sich auch die Gewerkschaften mit dem Land Hessen als Ausgang für das Jahr 2025 verständigt.
Das Land Hessen hat sich gegenüber den Gewerkschaften im Tarifvertrag Hessen verpflichtet 1.850 unbefristete Stellen bis zum Jahr 2030 zu schaffen. Auf Grundlage der Zahlen des Statistischen Landesamtes Hessen hat die GEW Hessen festgestellt, dass dieses Ziel voraussichtlich nicht eingehalten wird. „Die Zahl der Entfristungen muss sich jährlich verdoppeln“, fordert Simone Claar. Nach Einschätzungen der GEW wird dies kein leichtes Unterfangen. „Die Kürzungen im Hochschulpakt ab 2026 setzen keine Anreize für mehr unbefristete Beschäftigung, im Gegenteil“, kritisiert Simone Claar, und das obwohl „der Wissenschaftsrat im Sommer 2025 deutlich gemacht hat, dass es mehr unbefristete Beschäftigung in der Wissenschaft braucht“, so Claar weiter.
Denn: Ende 2024 waren nur 1.511 ganze Stellen – so genannte Vollzeitäquivalente – unbefristet. Im Jahr 2023 hätten 51 unbefristete Stellen geschaffen werden müssen, real waren es jedoch nur 32 Vollzeitstellen. Bereits 2023 wurde die Zielmarke verfehlt.