Tarifvertrag für studentische Beschäftigte – jetzt!

GEW Hessen und 12.000 Beschäftigte an hessischen Hochschulen fordern einen Tarifvertrag | Pressemitteilung

Frankfurt: Die GEW Hessen fordert in der kommenden Tarifrunde einen Tarifvertrag für die rund 12.000 studentischen Beschäftigten an den hessischen Hochschulen. Die Landesregierung muss ihrer Verantwortung für gute Arbeitsbedingungen in Hessen endlich nachkommen.

Die hessische Landesregierung will das Vergaberecht des Landes grundlegend verändern. Die GEW Hessen unterstützt den Vorschlag des Wirtschaftsministers Mansoori, der auf eine verbesserte Tarifbindung in der Privatwirtschaft abzielt. Gleichzeitig fordert sie die Landesregierung auf, endlich die größte Tariflücke im öffentlichen Dienst zu schließen. Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, unterstreicht die Forderungen der studentischen Beschäftigten: „Es ist wichtig, dass die Landesregierung bei den von ihnen beauftragten Unternehmen genau prüft, wer nach Tarif bezahlt und wer nicht. Die gleiche Verantwortung sollte die Landesregierung übernehmen, wenn es um die Beschäftigten des Landes Hessen geht. In der Tarifrunde 2026 wollen wir endlich tarifrechtliche Regelungen für studentische Beschäftigte vereinbaren. Es wäre ein Skandal, wenn Innenminister Poseck und Finanzminister Lorz dieser Pflicht nicht nachkommen würden.“

In der vergangenen Tarifrunde wurden bezüglich der tarifrechtlichen Eingruppierung der studentischen Beschäftigten Fortschritte erzielt. „Dennoch: Für die insgesamt 12.000 Hilfskräfte an Hessens Hochschulen gibt es aber nach wie vor keinen Tarifvertrag. Auch bei der Erfüllung der in der letzten Tarifrunde getroffenen schuldrechtlichen Vereinbarung hinkt die Landesregierung hinterher. Schon im Jahr 2024 wurde die Zahl der versprochen Vollzeitdauerstellen nicht erreicht. Für das Jahr 2025 müssen wir leider davon ausgehen, dass das Ziel ebenfalls verfehlt wurde“, sagte Simone Claar, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen.

Gleichzeitig herrscht bei den Studierenden und den Beschäftigten der Hochschulen große Verunsicherung. Der im Sommer unterzeichnete Hochschulpakt führt zu Schließungen ganzer Institute an den unterschiedlichen Standorten. „Die studentischen Beschäftigten brauchen endlich eine tarifliche Möglichkeit, sich gegen die politisch angeordneten Kahlschläge der Hochschulen zu wehren“, forderte Claar abschließend.

Hintergrund zu den Tarifverhandlungen:
Seit dem Austritt des Landes Hessen 2004 aus dem Arbeitgeberverband „Tarifgemeinschaft deutscher Länder“ (TdL) wird für die hessischen Landesbeschäftigten eigenständig verhandelt. Die Tarifverhandlungen in Hessen beginnen am 27. Februar 2026. Die letzte bisher vereinbarte Runde der Tarifverhandlungen findet am 27. und 28. März statt. 

Insgesamt sind knapp 65.000 TV-H-Beschäftigte hessenweit von den Tarifverhandlungen direkt betroffen. Die Gewerkschaften fordern zudem die Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamt:innen und Versorgungsempfänger:innen des Landes. Die GEW organisiert vor allem den Schul- und Wissenschaftsbereich.