Kinder, Jugendliche, Studierende und Beschäftigte sind stark belastet

Hessische Bildungsinfrastruktur ist nicht auf dauerhafte Hitzeperioden vorbereitet | Pressemitteilung

Frankfurt: Die hessische Bildungsinfrastruktur ist laut GEW Hessen nicht auf die dauerhafte Hitzeperioden vorbereitet. Frühkindliche Bildung, Unterricht und Forschung und Lehre müssen teilweise unter extremen Bedingungen stattfinden. Die Gesundheit der von Kindern, Jugendlichen, Studierenden und Beschäftigten müssen dringend besser geschützt werden.

Die aktuelle Hitzewelle macht erneut deutlich, wie schlecht viele Bildungseinrichtungen in Hessen auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet sind. An Hochschulen werden Lehrende aufgefordert, Lehrveranstaltungen zeitlich zu verlegen oder online durchzuführen, weil Gebäude über keinen ausreichenden Hitzeschutz verfügen. Damit werden strukturelle Probleme auf die Beschäftigten abgewälzt.

„Der Klimawandel kommt nicht überraschend. Seit Jahrzehnten liegen wissenschaftliche Erkenntnisse und konkrete Handlungsempfehlungen auf dem Tisch. Trotzdem fehlen in vielen Bildungsgebäuden bis heute grundlegende Maßnahmen wie Verschattungsmöglichkeiten, hitzeangepasste Gebäudetechnik oder ausreichende Kühl- und Rückzugsräume“, kritisierte Simone Claar, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen.

Die Folgen tragen Beschäftigte, Studierende, Schüler*innen und Kita-Kinder. Während manche in modernen, klimatisch angepassten Gebäuden lernen können, sitzen andere bei Temperaturen weit über 30 Grad in überhitzten Klassenräumen, Seminarräumen oder Kita-Gebäuden. Gleichzeitig fehlen vielerorts Möglichkeiten zur Abkühlung, weil notwendige Sanierungen über Jahre verschleppt wurden.

Besonders kritisch ist, dass das Land Hessen seine Verantwortung für die Bildungsinfrastruktur vernachlässigt. Der Sanierungsstau an landeseigenen Liegenschaften wächst seit Jahren. Statt zusätzliche Investitionen bereitzustellen, entzog die Landesregierung den Hochschulen die Baurücklagen für die Konsolidierung des Landeshaushalts.

„Wir fordern die Landesregierung auf, sich für eine konsequente klimagerechte Modernisierung der Bildungsinfrastruktur einzusetzen. Wir brauchen hitzeangepasste Gebäude, wirksame Verschattungsmöglichkeiten, ausreichende Kühlmöglichkeiten sowie verbindliche Schutzkonzepte für Beschäftigte und Lernende. Gesundheitsschutz und gute Bildungsbedingungen dürfen nicht vom Zufall des Gebäudes abhängen“, machte Claar deutlich.