Kultusminister verabschiedet sich vom Ziel der Bildungsgerechtigkeit

Landesregierung einigt sich auf IGS-Kürzungen | Pressemitteilung

Frankfurt: Die Regierungskoalitionen von CDU und SPD einigen sich auf die Stellenstreichungen an den Integrierten Gesamtschulen. Die GEW Hessen kritisiert diesen bildungspolitischen Irrweg sowie die Kürzungen beim Sozialindex und verweist auf den im Bundesländervergleich schlechten Personalschlüssel. Auch für den Arbeitsmarkt sei diese Entscheidung fatal.

Trotz des breit aufgestellten Protests entscheidet sich die Landesregierung für die Kürzungen an den Integrierten Gesamtschulen. Dabei ist die Relation von Schüler:innen pro Lehrkraft in Hessen im Vergleich zu den anderen Bundesländern ohnehin hoch. Laut den aktuellsten Zahlen der Kultusministerkonferenz für das Schuljahr 2024 / 2025 kommen auf eine Lehrkraft durchschnittlich 12,9 Schüler:innen an den integrierten Gesamtschulen. Nur vier Bundesländer haben ein schlechteres Verhältnis. Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, verweist auf die bildungspolitischen Folgen der Kürzungen: „Die hessischen Lehrkräfte an den Integrierten Gesamtschulen leisten seit Jahren gute Arbeit. Mit den gekürzten Stellenzuweisungen sorgt die Landesregierung dafür, dass weniger individuelle Förderungen geleistet werden können. Die Verschlechterungen am Sozialindex belasten ebenfalls die Bildungsqualität an den Integrierten Gesamtschulen. Die Kürzungen sind ein bildungspolitisches Armutszeugnis.“

Neben den bildungspolitischen Folgen, hätten die Einschnitte auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. „Bereits jetzt arbeitet jeder Fünfte unter 35 Jahren ohne anerkannte Berufsausbildung oder Studienabschluss. Zudem werden rund 30 Prozent der begonnenen Ausbildung abgebrochen. Es ist Zeit, dass die Landesregierung endlich wirtschaftliche Vernunft walten lässt und mehr Geld in die Bildung investiert. Ansonsten sehen wir für die Bildungsgerechtigkeit und den zukünftigen Fachkräftemarkt schwarz“, kritisierte Hartmann abschließend.

 

LandSchüler:innen pro Lehrkraft in den Bundesländern
Bayern

10,8

Hamburg

10,9

Bremen

11,3

Niedersachsen

11,4

Berlin

11,4

Brandenburg

11,5

Nordrhein-Westfalen

11,5

Baden-Württemberg

11,7

Schleswig-Holstein  

11,7

Saarland

12,2

Thüringen  

12,8

Hessen

12,9

Sachsen-Anhalt

13,8

Mecklenburg-Vorpommern

13,9

Rheinland-Pfalz

14,0

Sachsen

21,3

Bundesgebiet

11,8

Quelle: Zahlen der Kultusministerkonferenz zum Schuljahr 2024/2025, eigene Berechnungen.