Sozialpädagogik im Schuldienst

Hierarchiefrei nennen wir uns in der GEW alle „SozPäds“, unabhängig davon, ob wir als Erzieherinnen und Erzieher die Fachschule Sozialpädagogik besucht haben, ob wir einen Abschluss an einer Fachhochschule oder einer Universität in den Bereichen Sozialpädagogik, Sozialwesen, Soziale Arbeit, Pädagogik oder Erziehungswissenschaften erworben haben, ob wir Heilpädagoginnen und Heilpädagogen oder Therapeutinnen und Therapeuten sind. Es verbindet uns, dass wir als sozialpädagogische Fachkräfte im hessischen Schuldienst beschäftigt sind. Und uns verbindet die Arbeit in der Landesfachgruppe „Sozialpädagogische Fachkräfte im hessischen Schuldienst“ der GEW.

Noch länger als der Name unserer Fachgruppe ist die Liste der Berufe, die in dieser Fachgruppe organisiert sind: Erzieherinnen und Erzieher, Heilpädagoginnen und Heilpädagogen, Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten, Logopädinnen und Logopäden, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger, Sozialpädago-ginnen und Sozialpädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen, Kolleginnen und Kollegen mit einem Diplom-, Bachelor- oder Masterabschluss in Sozialarbeit oder Sozialpädagogik und viele mehr.

Uns eint die gemeinsame sozialpädagogische Profession und das Arbeiten im Team, vor allem aber verbinden uns derselbe Arbeitgeber und die Arbeitsbedingungen, die in Erlassen, Richtlinien oder  im  Tarifvertrag Hessen (TV-H) geregelt sind.

Die Sozialpädagogischen Fachkräfte und die GEW

Die meisten SozPäds im hessischen Schuldienst sind keine Beamtinnen und Beamten und deshalb auch bei der Bezahlung nicht vom „guten Willen“ des Arbeitgebers abhängig, der für sie auch keine „Nullrunden“ anordnen kann. Wir können mit dem Arbeitgeber um einen guten Tarifvertrag, um die Arbeitszeit und für angemessene Tätigkeitsmerkmale streiten und – wenn es sein muss – auch darum kämpfen.

Die meisten SozPäds im Schuldienst sind in der GEW organisiert. Die GEW ist eine Gewerkschaft im DGB und schließt – gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes – Tarifverträge. Um die spezifischen Interessen der SozPäds kümmert sich eine  engagierte Fachgruppe. Sie ist hessenweit vernetzt und ermöglicht ihren Mitgliedern eine aktive Beteiligung und Mitbestimmung in allen Gremien der GEW. Sie sichert die Unterstützung und Solidarität nicht nur untereinander, sondern auch von vielen Lehrkräften.

Landesfachgruppe SozPäds: Wir mischen uns ein

Die GEW-Mitglieder diskutieren und unterstützen sich vor Ort in den Schulgruppen und überregional in den Kreis- und Bezirksverbänden. Für die spezifischen Interessen einzelner Gruppen gibt es die Fachgruppen, z.B. die Fachgruppe Grundschule oder die Fachgruppe der SozPäds. Und es gibt in der GEW Personengruppen, wie die Personengruppe Frauen, den Landesangestelltenausschuss oder die Personengruppe Migrantinnen und Migranten. Die Mitarbeit steht allen Mitgliedern offen. Und auch in der Landesfachgruppe „Sozialpädagogische Fachkräfte im hessischen Schuldienst“ freuen wir uns über alle Kolleginnen und Kollegen, die an einer Mitarbeit interessiert sind oder einfach einmal  „reinschauen“ wollen.

Wo sind wir SozPäds vertreten?

Im Landesvorstand, in den Bezirks- und Kreisverbänden, in den Tarifkommissionen, im Landesangestelltenausschuss, im Hauptpersonalrat beim Hessischen Kultusministerium sowie in vielen Gesamtpersonalräten.

SozPäds in den Personalräten

Die „Fachgruppe Sozialpädagogische Fachkräfte im Schuldienst“ kooperiert mit allen Gliederungen der GEW und ist hessenweit gut aufgestellt. Damit kein Landesteil „abgehängt“ wird, treffen wir uns abwechselnd  in Frankfurt, Marburg und Kassel.

SozPäds im Schuldienst haben das aktive und das passive Wahlrecht für alle Personalräte. Sie sind in Schulpersonalräten vertreten und kandidieren auf den Listen der GEW für die Gesamtpersonalräte auf der Ebene der Schulämter und für den Hauptpersonalrat in Wiesbaden. Die Vertreterinnen und Vertreter der Angestellten sorgen dort dafür, dass die Interessen der Tarifbeschäftigten aktiv vertreten werden. Kompetente Personalräte sind in jeder Stufe der Personalvertretung unverzichtbar.

Wir brauchen klare GEW-Mehrheiten in den Gesamtpersonalräten und im Hauptpersonalrat!

Schwerpunkte unserer Arbeit

Aktuell beschäftigen uns insbesondere die folgenden Themen:

  • Was können wir gegen die drohende Entprofessionalisierung der sozialpädagogischen Arbeit tun?
  • Wie können wir dazu beitragen, dass die Forderung nach inklusiver Bildung nicht zwischen Desinteresse und Sparpolitik zerrieben wird?
  • Wie können die Arbeitsbedingungen, insbesondere auch für ältere SozPäds, verbessert werden?
  • Wie können wir die vielen neuen USF- und UBUS-Kräfte bei der Einarbeitung und bei der rechtskonformen Umsetzung der Erlasse unterstützen?

SozPäds in den Tarifkommissionen

Die Tarifverhandlungen über den Tarifvertrag Hessen sind ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Wir engagieren uns in den Tarifauseinandersetzungen für Einkommenserhöhungen, Eingruppierungsfragen und Arbeitszeit. SozPäds sind in den Tarifkommissionen auf Landes- und Bundesebene vertreten und sitzen bei den Verhandlungen mit dem Arbeitgeber mit am Tisch. Aber auch nach dem Abschluss eines neuen Tarifvertrags kümmert sich die GEW um alle Fragen der Tarifbeschäftigten. Der Tarifreferent im GEW-Landesverband, die Landesrechtsstelle, die Angestelltenvertreterinnen und Angestelltenvertreter in den Personalräten und die vielen ehrenamtlich Kolleginnen und Kollegen in den Kreisverbänden beraten und helfen, wenn es um Fragen der Eingruppierung, des Arbeits- und Tarifrechts, der Sozialversicherung oder des Rentenrechts geht.