Fachgruppe Gesamtschulen: Unsere Arbeit

Die Landesfachgruppe Gesamtschulen bündelt die Interessen und Anliegen der GEW-Kolleginnen und GEW-Kollegen an den Integrierten und Kooperativen Gesamtschulen in Hessen. Unsere Treffen finden drei oder vier Mal im Jahr statt, zunehmend auch vor Ort an Gesamtschulen in verschiedenen hessischen Regionen. Dies ist besonders wichtig, da die Gesamtschullandschaft alles andere als einheitlich ist. Die Unterschiede ergeben sich aus der Form der Gesamtschule, aus den regionalen Bedingungen und der Konkurrenz zu anderen Schulformen und immer mehr auch aus den jeweiligen Schulkonzepten. Eine schöne Beobachtung ist die Tatsache, wie stabil sich die Idee der „Einen Schule für alle“ durch alle Gesamtschulen und deren Kollegien trägt.

Eine Schule für alle

Thematisch treten einige Themen immer wieder in den Fokus und Vordergrund, mit denen nahezu alle Gesamtschulen zu tun haben oder sich perspektivisch auseinandersetzen müssen. Ganz vorne dabei ist die Inklusion, die insbesondere von den Gesamtschulen getragen wird, die in vielen Fällen auch Erfahrungen mit dem Gemeinsamen Unterricht haben. Unter den aktuellen Bedingungen führt die konkrete Ausgestaltung der Inklusion auch die Gesamtschulkollegien an ihre Leistungsgrenzen. Die massiven Verschlechterungen gegenüber dem Gemeinsamen Unterricht bei den Klassengrößen, dem Umfang der Doppelbesetzungen und der Versorgung mit Förderschullehrkräften drücken merklich auf die Stimmung. Das gilt auch für die Tatsache, dass sich andere Schulformen nicht nur dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe weitgehend entziehen. 

Die „Eine Schule für alle“ ist ein Ziel, das Mut machen kann, an der Idee des gemeinsamen Lernens festzuhalten. Konkret geht es um die Frage, welche Rolle die Gesamtschule in einem sich abzeichnenden zweigliedrigen Schulsystem einnehmen kann und wird. Müssen wir diese Entwicklung einfach hinnehmen? Wie können wir sie gestalten? Oder ist sie gar ein Zwischenschritt hin zur „Einen Schule für alle“? Die große Gefahr für die Gesamtschulen liegt darin, als „Restschule“ wahrgenommen zu werden, nicht als die „Eine Schule für alle“, sondern als „die Schule für alle anderen“. In diesem Kontext setzen wir uns dafür ein, dass alle Gesamtschulen eine eigene Oberstufe bekommen und bestehende Oberstufen an Gesamtschulen erhalten und gestärkt werden. Dort, wo dies nicht möglich ist, sollten Gesamtschulen räumlich, curricular und personell an Oberstufengymnasien angebunden werden. Bildungsgänge offen zu halten und auch über die Gesamtschulen den Weg zum Abitur zu ermöglichen, das sind für viele Eltern wichtige Aspekte bei der Schulwahl nach der Grundschule. Andere Themen, die uns immer wieder beschäftigen, sind die Arbeitsbelastung und der bauliche Zustand vieler Gesamtschulen.

Im Jahr 2019 wollen wir unsere Fachgruppensitzungen neu gestalten. Ein neues Format soll Schwerpunkte setzen, neue und interessierte Gesamtschulkolleginnen und Gesamtschulkollegen für unsere Fachgruppe motivieren und auch den Austausch nach außen öffnen. Hierzu werden wir über das Jahr hinweg externe und interne Referentinnen und Referenten einladen, jeweils eine Fachgruppensitzung thematisch „aufzuladen“. An diesen „Input“ soll sich ein Austausch von Erfahrungen und eine Diskussion anschließen.

Den Auftakt bildet am 5.2.2019 um 16 Uhr eine Diskussion mit Professor Tim Engartner. Die Fachgruppe Gesamtschulen lädt alle GEW-Mitglieder an hessischen Gesamtschulen zur Mitarbeit ein. Wir freuen uns immer über weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter. 

Zeichnung: Gesamtschulen: Schulen der Vielfalt | Illustration: Dieter Tonn

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