20 Pflichtstunden sind genug

Debatten, Wahlen, Beschlüsse

HLZ 12 | 2017: LDV 2017

Sehr viel Raum nahm die Debatte über die Arbeitszeit der Lehrerinnen und Lehrer ein. Dass die Arbeitsbelastungen kaum noch zu schultern sind und ein krank machendes Ausmaß angenommen haben, war in allen Wortmeldungen zu hören. Strittig war hier vorrangig die Frage, wie die Kampfkraft und Mobilisierungsfähigkeit der GEW gestärkt werden kann und welche Schritte auf dem Weg zu einer deutlichen Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung und der Arbeitsbelastung durch zu große Lerngruppen und zusätzliche Aufgaben zu gehen sind. Ein Antrag des Kreisverbands Gießen mit kurzfristigen Forderungen und der langfristigen Zielvorstellung, dass die Unterrichtverpflichtung für alle Lehrkräfte auf 20 Stunden reduziert wird, wurde schließlich angenommen: für Hessen scheinbar utopisch, in anderen europäischen Ländern eine Selbstverständlichkeit. Auf jeden Fall ergab sich aus der Debatte ein eindeutiger Arbeitsauftrag an den neu gewählten Landesvorstand, der Forderung nach Arbeitszeitreduzierung und Belastungsabbau eine klare Priorität einzuräumen (Im Wortlaut: HLZ S.11).

Einige Delegierte waren bei Tagungsbeginn am Samstag noch etwas müde, denn bei der Feier zu Ehren von Jochen Nagel, der sich nach sechs Jahren als stellvertretender Landesvorsitzender (1996 bis 2002) und 15 Jahren als Landesvorsitzender (2002 bis 2017) aus der ersten Reihe verabschiedete, hatten sie am Freitagabend noch lange getanzt und geklönt. Aber es erwartete sie noch einmal ein straffes Arbeitspensum mit intensiven, spannenden und zum Teil auch hoch kontroversen Debatten über die vorliegenden Anträge. Beschlossen wurden grundsätzliche Anträge zu den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in der Kinder- und Jugendhilfe, bei freien Trägern und in der frühen Bildung, zur Lehrverpflichtung an hessischen Hochschulen und zur Tarifautonomie. In einem weiteren Grundsatzbeschluss bekräftigte die GEW Hessen ihr Bekenntnis zu den Grundsätzen der UN-Behindertenrechtskonvention und forderte „energische Schritte zur Umsetzung des Menschenrechts auf inklusive Bildung in Schulen und Hochschulen“ (Im Wortlaut: HLZ S.13). 

Alle Beschlüsse sind in vollem Wortlaut auf der Homepage der GEW Hessen verfügbar und dort nachzulesen.

Die LDV endete mit abschließenden Worten des neu gewählten Vorsitzendentandems Birgit Koch und Maike Wiedwald und Standing Ovations für den Landesgeschäftsführer Ulrich Märtin und alle Beschäftigten der Landesgeschäftsstelle der GEW, die die LDV mit großem Zeitaufwand und großem Einsatz fast ein Jahr lang vorbereitet und für eine perfekte und angenehme Durchführung gesorgt hatten.