LesBiSchwule Lehrer_innen in der GEW Hessen

Themenschwerpunkt der HLZ 11/2016: Inklusive Vielfalt

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"Vom professionellen Umgang mit Identität und Geschlecht in der Schule"

27. September 2016

Vorträge

Vom Umgang mit LSBTIQ im Schulalltag

HLZ 11/2016: Inklusive Vielfalt

Homosexualität und Schule | Für Vielfalt in der Schule

"Du schwule Sau" ist das meistgebrauchte Schimpfwort an deutschen Schulen. Gleichzeitig liegt das Suizidrisiko bei homosexuellen Jugendlichen drei bis vier Mal höher als bei heterosexuellen. Deshalb sind wir für Vielfalt in der Schule.

Wir sind lesbische, schwule, bisexuelle Lehrer_innen, Referendar_innen und Lehramtsstudierende. 

Wir wollen Geschlechtergerechtigkeit in der Schule und mehr Akzeptanz für das Anderssein, damit niemand diskriminiert wird. 

Wir setzen uns dafür ein, dass vielfältige Lebensweisen auch in der Schule sichtbar und lebbar werden. 

Mehr auf www.schwulelehrer.de

Aus aktuellem Anlass, Nov. 2016: GEW Hessen für eine vielfältige und mündige Gesellschaft

„Demo für alle“ behauptet: Sie seien eine „Demo für ALLE“. 

Richtig ist: Bei der „Demo für alle“ handelt es sich um wenige ultrakonservative und christlich-fundamentalistische Gruppen, die aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen. In Hessen hat sich der Landeselternbeirat von den Kritikpunkten dieser Gruppen am hessischen Lehrplan zur Sexualerziehung distanziert.

Link zum Artikel

Unsere Argumente auch im Flyer

Profil und Vorstellung der AG

Am 30. Juni 2010 hat sich in Frankfurt am Main eine Gruppe Lehrer und Lehrerinnen zusammen gefunden, um nach dem Vorbild anderer Landesgruppen eine Arbeitsgemeinschaft (AG) LesBiSchwuler Lehrer_innen in Hessen (neu) zu gründen.

Willkommen sind alle interessierten (hessischen) Lehrerinnen und Lehrer, die lesbisch, schwul, trans*, inter, queer leben.

Zunächst ist die Geschäftsstelle der GEW-Frankfurt in der Bleichstraße 38a (oder das „Pulse“ im gleichen Gebäude) Treffpunkt.

Außerdem werden wir auch verschiedene Vereine und Organisationen besuchen und dann gegebenenfalls dort tagen. Näheres wird jeweils in den aktuellen E-Mails bekannt gegeben.

Wir wollen KRAFT SEIN UND KRAFT GEBEN. Unsere Stärken wollen wir unter anderem einsetzen zum

Erfahrungsaustausch untereinander: Die Gruppe bietet ein Forum, über die berufliche und persönliche Situation zu sprechen.
Knüpfen von Netzwerken: Wir wollen Ansprechpartner sein und Ansprechpartner vermitteln.
(Weiterer) Aufbau einer bildungspolitischen Offenheit in Hessen, die für gesellschaftspolitische Vielfalt und Akzeptanz steht.
Umsetzen gemeinsamer Aktionen wie CSD, Unterrichtsmaterialien. 
Jede und jeder entscheidet selbst, ob und wie sie oder er sich in die Gruppe einbringen will. Niemand soll sich rechtfertigen müssen, wenn er (un-)regelmäßig erscheint. 

Kontakt zu anderen regionalen (Bildungs-) Organisationen

Ziel der AG LesBiSchwuler Lehrer_innen in Hessen ist es, einen regen Erfahrungs- und Wissensaustausch zu anderen Organisationen im Raum Südhessen zu pflegen. Hierbei ist beispielsweise an das Switchboard (Beratungszentrum), KUSS 41 (Jugendzentrum für LGBT-Jugendliche), VLSP gedacht.

Kontakt zu anderen schwulen und lesbischen Lehrergruppen

Zu homosexuellen Lehrergruppen anderer Bundesländer wird Kontakt gehalten und der Austausch gefördert. So sind beispielsweise auch Aktionen im Bereich der Schulbuchgestaltung länderübergreifend denkbar.

Integration in eine Gewerkschaft (GEW)

Eine Zusammenarbeit mit Berufsverbänden ist angestrebt. Wie viele ähnliche Lehrer_innen-Gruppen anderer Bundesländer sind auch wir unter dem Dach der GEW organisiert. Wir sind wie die anderen Gruppen auch aber stets offen für GEW-Mitglieder und Nichtgewerkschaftsmitglieder.

Sonstige (politische) Kontakte

Die AG LesBiSchwuler Lehrer_innen in Hessen möchte neben den allgemein-gesellschaftlichen insbesondere auf bildungspolitischen Feldern aktiv werden, wie Forderungen zur Überwindung ungerechtfertigter Diskriminierung aufstellen und sie mit der GEW und anderen Gruppen wie LSVD, schwul-lesbischen Gruppierungen der Parteien (Schwusos, LSU, queer bei Bü90/Die Grünen …) durchsetzen. 

Aktuelles – aus der Schule geplaudert

Materialien für Antidiskriminierungs- und Akzeptanzkampagnen an Schulen

Gleichstellung von Lebenspartnerschaften im hessischen Recht  

Für Vielfalt in der Schule | Positionspapier der AG

Fünf bis zehn Prozent der Menschen sind lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender (kurz: lsbt). Damit gibt es in jeder Klasse genauso viele „Betroffene“ wie Linkshänder_innen. Anders als andere Minderheiten sind lsbt-Menschen in Schule überwiegend nicht sichtbar. In den seltenen Fällen der Sichtbarkeit erleben sie verbale und körperliche Gewalt. Während im Lebensalltag eine zunehmende Akzeptanz und eine rechtliche Gleichstellung zu beobachten sind, ist der Schulalltag von vollkommener Ignoranz gegenüber lsbt geprägt.

  • einer unterdrückten Persönlichkeitsentwicklung durch ein ständiges Gefühl des „Falsch seins“,
  • der Angst sich gegenüber anderen nicht öffnen zu können bzw. zu dürfen,
  • fehlenden Alltagsvorbildern,
  • einer eingeschränkten schulischen Leistungsfähigkeit (Rückzug aus dem Schulalltag bis hin zum Schulabbruch),
  • einem vier bis sieben Mal erhöhten Suizidrisiko im Vergleich mit heterosexuellen Altersgenoss_innen.
  • werden oft direkt oder indirekt zu einem Versteckspiel gezwungen,
  • verlieren ihre Authentizität und pädagogische Vorbildfunktion,
  • sind psychischen Belastungen bis hin zur dauerhaften Krankschreibung ausgesetzt.

Es geht nicht um eine Reduzierung auf die „private Sexualität“, sondern um das Erreichen einer Akzeptanz (statt Toleranz) eines individuellen Lebenskonzeptes im lsbt-Bereich: lsbt muss genau so selbstverständlich lebbar sein wie  Heterosexualität.

Schulleiter_innen sollten das Thema lsbt beispielsweise in einer Gesamtkonferenz ansprechen – verbunden mit einem Aufruf zur Auseinandersetzung und Schaffung einer Kultur des selbstverständlichen und problemfreien Umgangs seitens der Lehrer_innen ebenso wie seitens der Schüler_innen.

  • für Schulaufsicht und Schulleitungen (i.S. der Fürsorgepflicht)
  • für Lehrer_innen (i.S. der Schülerberatung und Unterrichtsthematik)
  • für Lehrer_innen im Vorbereitungsdienst (als Pflichtmodul)

Überarbeitung der Kerncurricula und Lehrpläne nicht nur in Sexualkunde und NaWi, sondern auch in allen anderen Fächern wie Gesellschaftswissenschaften, Deutsch und Fremdsprachen sowie Implementierung von Diskriminierung als Querschnittsthema (jeweils mit Handreichungen vom AfL zur konkreten Umsetzung im Unterricht).

Konkretisierung des Hessischen Referenzrahmens für Schulqualität in Bezug auf lsbt.

  • Sichtbarkeit im Sinnes eines selbstverständlichen Umganges schaffen!
  • Fürsorgepflicht des Dienstherrn für Lehrer_innen konkretisieren!
  • Bildungsauftrag für Schüler_innen umsetzen!
  • lsbt-Themen in Lehr- und (Aus-)Bildungsplänen verbindlich festschreiben!