HLZ – aktuelle Artikel
Plädoyers für mehr Ökonomie in den Schulen klingen im Schatten der größten Wirtschafts- und Finanzmarktkrise aller Zeiten zunächst abwegig. Gerade die mit höchsten akademischen Weihen ausgezeichneten Absolventinnen und Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge lösten den Kollaps des Weltfinanzsystems als Analysten, Banker und Berater aus.
Sinkende Schulbuchetats, gedeckelte Kopierkontingente und die in zahlreichen Bundesländern abgeschaffte Lernmittelfreiheit lassen immer mehr private Akteure auf den „Bildungsmarkt“ treten. Insbesondere im Feld der ökonomischen Bildung hat der unternehmerische Einfluss auf die vormals als „Schonraum“ bezeichnete Schule mittlerweile ein höchst bedenkliches Ausmaß erreicht.
Die Forderung nach „Finanzieller Allgemeinbildung“ (FA) in der Schule erweist sich zunehmend als zentrales Einfallstor für Lobbyinteressen und für ein einseitiges Verständnis von ökonomischer Bildung in den Schulen. Allein auf dem Bildungsverteiler des Bundesverbandes deutscher Banken, so berichtet die ZEIT am 14. 2. 2013 „stehen mehr als 60.000 Lehrer“.
Wussten Sie, dass Karl-Theodor zu Guttenberg nicht Wirtschaftsminister ist, dass Sie Ihr Subway-Sandwich von einem Franchise-Unternehmen erhalten, dass Sie in Dänemark nicht mit Euro bezahlen können und dass die Herkunftsbezeichnung für Obst und Gemüse im Supermarkt generell verpflichtend ist?
In Hessen wurde ein sogenanntes Doppelfach Politik und Wirtschaft eingeführt, das die Sozialkunde und an den Gymnasien die Sozialkunde und die Arbeitslehre ablöste und dabei den Anteil politischer Bildung curricular zu beschränken suchte. Im Folgenden soll keineswegs das Verständnis eines Doppelfaches fortgesetzt werden, sondern von einem Fach politischer Bildung ausgegangen werden, das den Bereich der Ökonomie aus...
Als Forschungs- und Bildungseinrichtung, die einst die Broschüre „Frieden und Sicherheit“ zu Analysezwecken beim FDP-nahen Verein „Jugend und Bildung“ bestellte, erhalten wir nun regelmäßig das jeweils neue Lehrmaterial frei Haus.
Im September 2012 konkretisierte und modifizierte der DGB-Bundesvorstand in seinem Beschluss „Wirtschaft in der Schule - Was sollen unsere Kinder lernen?“ seine Positionen zu einem eigenständigen Schulfach Wirtschaft. Die HLZ dokumentiert die Eckpunkte dieses Beschlusses. Den vollständigen Wortlaut findet man unter www.schule.dgb.de.
„Bildung und Demokratie“, so das Titelthema dieser Ausgabe der HLZ, gilt vielen als Widerspruch: Schülerinnen und Schüler, die heute wie früher Erfahrungen mit Entmündigung und Herrschaftsgebaren sammeln und sammelten, Eltern, deren Beteiligungsrechte nicht ernst genommen werden oder die aus Angst vor Nachteilen Rechte nicht wahrnehmen, Lehrkräfte und andere pädagogische und nichtpädagogische Fachkräfte, die...
Eigentlich müssten alle an besserer Bildung interessierten, für Autonomie und Selbstbestimmung eintretenden Menschen begeistert die Initiativen einer Landesregierung unterstützen, die eine „Selbstständige Schule“ zum Gegenstand haben. Schließlich müsste es ja in einer solchen Schule auch demokratischer zugehen, weil die Akteure eben viel mehr als bisher selber bestimmen, was wie und unter welchen Bedingungen...
Sich in Schule zurechtzufinden, ist nicht leicht. Schule ist oftmals ein kompliziertes Geflecht, eine eigene Welt. Schule überfordert oft nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch Eltern. Damit nimmt sie auch Einfluss auf das Familienleben zu Hause. Eltern sollen, dürfen und müssen fragen.








