Wieder vier Einrichtungen der Lehrerkooperative bestreikt Auch am zweiten Warnstreiktag zeigten Mitarbeiterinnen ihren Unmut
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Vom: 21. Mai 2010

Wieder vier Einrichtungen der Lehrerkooperative bestreikt Auch am zweiten Warnstreiktag zeigten Mitarbeiterinnen ihren Unmut

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Besuch Kita Ackermannstraße

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Im Streikmobil unterwegs

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Vor der Erasmus-Schule

Frankfurt (GEW): Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di rufen alle Beschäftigten der Lehrerkooperative für Donnerstag, den 27. Mai 2010, zum Warnstreik auf. Um zehn Uhr findet eine Protestkundgebung vor der Geschäftsstelle der Lehrerkooperative (Ökohaus, Kasseler Straße) statt. 

Am heutigen Freitag – wie auch schon am vergangenen Donnerstag – befanden sich wieder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von vier Einrichtungen im Warnstreik. Dieses Mal machten sie sich ebenfalls mit einem von der GEW angemieteten Bus auf den Weg, um sich mit anderen der rund 400 Kolleginnen und Kollegen in verschiedenen Einrichtungen der Lehrerkooperative auszutauschen.

Besonders an sozialen Brennpunkten in der Bankenmetropole leisten Erzieherinnen, Erzieher, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen aus der Lehrerkooperative täglich dringend notwendige und hervorragende Arbeit. Dafür werden sie jedoch schlecht bezahlt. „Wenn die Geschäftsleitung plant, uns in wirtschaftlicher Notlage zehn Prozent unseres Lohns abzuziehen, ist es so, als würden sie uns ins Portemonnaie greifen und Geld stehlen“, sagte eine wütende Erzieherin.

 
Die von der Geschäftsleitung behauptete wirtschaftliche Notlage sorgt allerdings schon derzeit für große Probleme. In den vergangenen fünf Jahren wurde bereits viermal das 13. Monatsgehalt nicht voll ausgezahlt. Das kommt bei den meisten Angestellten der Lehrerkooperative gar nicht gut an. Gänzlich inakzeptabel finden sie, dass sie weniger Lohn als ihre Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst erhalten. 

Zu den von der GEW und ver.di zum Warnstreik aufgerufenen Einrichtungen gehörten die Internationale Kita am Galluspark, die ebenfalls im Gallusviertel gelegene Internationale Kita Kölner Straße, der Hort in der Basaltstraße, Bockenheim, und die Krabbelstube Herzogstraße in Niederrad.

Schon morgens um acht berichteten warnstreikende Mitarbeiterinnen der Kita Galluspark, wie belastend der Kita-Alltag im sozialen Brennpunkt für das Personal mitunter sein kann. Auf Erzieherinnen, die hier arbeiten, kämen besonders schwierige Aufgaben zu: Kinder seien mitunter verhaltensauffällig, einige von ihnen erlebten Gewalt in der Familie, so die Kita-Leiterin Marion Ortwein. Migrantenkinder könnten oft kein Wort Deutsch, wenn sie in die Kita aufgenommen würden oder sie seien durch schlimme Erfahrungen in ihren Herkunftsländern traumatisiert. Dennoch werde hier der in ganz normalen Kindertagesstätten übliche Personalschlüssel angelegt. Die Kita-Leiterin hat schon einige junge leistungskräftige Mitarbeiterinnen wegen der großen Anforderungen zusammenbrechen sehen. 7 Erzieherinnen für 66 Kinder – davon eine im Mutterschutz: Unter diesen Umständen sei pädagogische Arbeit kaum noch möglich, meinen die Kolleginnen der Internationalen Kita Galluspark. Claudia Hammer, Kita-Leiterin in der Kölner Straße, hat gan ähnliche Erfahrungen gemacht.

Die Forderung der Beschäftigten lautet daher: Anschluss an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD).


Ansprechpartner: Hajo Dröll 0160 8939826