„Wir als Gewerkschaften sprechen uns für die Schaffung hochwertiger Dienstleistungen aus“
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Vom: 10. September 2009

DGB Hessen stellt Eckpunkte für eine zukunftsfähige Dienstleistungspolitik in Hessen vor

S. Közell, J. Nagel und J. Bothner, v.l.

Frankfurt (dgb/gew). „Wir als Gewerkschaften sprechen uns für die Schaffung hochwertiger Dienstleistungen aus“, erklärte der hessische DGB-Vorsitzende Stefan Körzell als er zusammen mit den beiden Vorsitzenden der Gewerkschaften ver.di und GEW, Jürgen Bothner und Jochen Nagel, eine Broschüre vorgestellte, die Eckpunkte für eine zukunftsfähige Dienstleistungspolitik in Hessen enthält. Er erläuterte weiter, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten eine beträchtliche Dienstleistungslücke aufweist, und zwar bei den sozialen und gesellschaftsorientierten Dienstleistungen. Zu diesem Segment des Dienstleistungssektors zählen die Bereiche Erziehung und Bildung sowie Soziales und Gesundheit.  

Der Vorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel, verwies auf den großen Einfluss auf den Wohlstand einer Gesellschaft durch Umfang und Qualität der verfügbaren sozialen und gesellschaftsorientierten Dienstleistungen. Dies sei aber nur durch ein finanziell und vor allem personell gut ausgestattetes Erziehungs- und Bildungssystem zu erreichen. Eine Übertragung des skandinavischen Personalstands in den Bereichen Erziehung und Bildung würde allein in Hessen zu rund 90.000 Arbeitsplätzen zusätzlich führen – gemessen an den skandinavischen Verhältnissen fehlten in Hessen 60.000 Stellen im vorschulischen Bereich und 30.000 Stellen im Bereich Schule und Hochschule.
„30 000 zusätzliche Stellen würden konkret bedeuten: Kleinere Gruppengrößen, Ausbau eines echten Ganztagsangebotes und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen“. Die Abschaffung der Sternchenregelung in diesem Schuljahr, die nach jahrelangem Kampf endlich erreich werden konnte, macht deutlich, wie schwierig kleine Schritte zu erreichen sind, wo doch große Schritte in unserem Bildungssystem dringend erforderlich wären“, so Nagel weiter.  

Jürgen Bothner unterstrich in seinen Ausführungen ebenfalls die Bedeutung der Bereiche Erziehung und Bildung und verwies in diesem Zusammenhang auf den in Deutschland häufig unterschätzten Stellenwert der vorschulischen Erziehung. Darüber hinaus widmete sich der hessische ver.di-Chef dem Gesundheitsbereich.  

Abschließend verwies Stefan Körzell noch einmal auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Chancen, die ein Ausbau der sozialen und gesellschaftsorientierten Dienstleistungen bietet: „Ich möchte abschließend noch einmal herausstreichen, dass ein Anstieg der Beschäftigung im Bereich der sozialen und gesellschaftsorientierten Dienstleistungen einen Ausbau des Staatssektors und eine Steigerung der öffentlichen Beschäftigung bei anständiger Bezahlung und guten Arbeitsbedingungen erfordert. Dem neoliberalen Leitbild vom schlanken Staat erteilen wir damit ganz klar eine Absage. Zur Finanzierung schlagen wir eine sozial ausgewogene Steuerpolitik vor.



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