Bei den Personalratswahlen im Mai konnte die GEW in den Gesamtpersonalräten (GPRLL) und im Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer (HPRLL) auf dem bereits erreichten hohen Niveau weitere – teilweise sehr deutliche – Zuwächse erreichen.
Das gilt ebenso für die gemeinsame Liste von ver.di und GEW im Hauptpersonalrat Verwaltung beim Kultusministerium.
Auch bei den Hochschulen und im Wissenschaftsministerium konnte die GEW weiter zulegen. Bei den städtischen Kindertageseinrichtungen in Frankfurt ist die GEW erstmals mit einer eigenen Liste angetreten und hat auch dort ein sehr beachtliches Ergebnis erzielt. Darüber freuen wir uns. Wir bedanken uns für das Vertrauen und sehen das gute Wahlergebnis als Anerkennung unserer Arbeit in den vergangenen vier Jahren. Daher geht ein besonderer Dank an alle Mitstreiterinnen und Mitstreiter in den GEW-Fraktionen, die im Laufe oder am Ende der Wahlperiode ausgeschieden sind, meist in den Unruhestand und die Freistellungsphase der Altersteilzeit.
Der Dank gilt auch allen Wahlvorständen, dass sie die Wahlen so gut organisiert haben. Gerade an den Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen müssen sich immer wieder neue Kolleginnen und Kollegen in eine komplizierte Materie einarbeiten, was manchmal doch eine mühsame Arbeit ist. Das gute Wahlergebnis ist uns Ansporn und Verpflichtung, auch in der neuen Wahlperiode engagiert, konsequent und kompetent die Interessen der Kolleginnen und Kollegen zu vertreten.
Ich wünsche den gewählten Personalräten alles Gute und viel Kraft für ihre Aufgabe, aber auch Spaß am gemeinsamen Engagement und möchte alle – besonders aber die neu gewählten – ermuntern, sich schnell eine Schulung „zu gönnen“, um sich das Handwerkszeug für die oft nicht ganz einfache Personalratsarbeit anzueignen. Hinschauen, einmischen, sich kompetent und engagiert für die Interessen der Kolleginnen und Kollegen einsetzen, das fällt mit einer starken GEWerkschaft im Rücken sehr viel leichter. Aber auch die Kolleginnen und Kollegen an den Schulen sollen sich einmischen, um ihre Personalräte zu unterstützen.
Je mehr Menschen ein Personalrat „im Rücken“ hat, desto mehr kann er für die Beschäftigten erreichen. Das gilt auch für uns im Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer (HPRLL). Ich erinnere zum Beispiel an die Unterstützung aus den Kollegien bei der Auseinandersetzung um die Dienstordnung. Hier konnten wir zusammen erhebliche Verbesserungen erreichen. Die GEW wird die Vernetzung interessierter Personalräte verstärken: den Austausch untereinander, die Unterstützung mit Informationen und Materialien und die Beratung durch die GEW.
Lasst uns gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen streiten, unsere Rechte engagiert wahrnehmen. Die Themen sind weiter vielfältig: die zu hohe Unterrichtsverpflichtung, die alltäglichen Arbeitsbedingungen, die selbstständige Schule, die Stellenzuweisung, die ungelösten Probleme in der Ausbildung, bei Fortbildung und beim Arbeitsschutz.
Derzeit gibt es nicht nur neue Personalräte in ganz Hessen: Auch Kultusministerin Beer und Staatssekretär Lorz haben ihr Amt neu angetreten. Ob oder wie das die Arbeit auch für den HPRLL verändern wird, ist noch nicht einzuschätzen. Bei allen unterschiedlichen Positionen von Kultusministerin und HPRLL in Fragen der Bildungspolitik, der Arbeitsbedingungen oder des Haushalts haben sich Stil, Ton und Umgang mit der Personalvertretung seit dem Amtsantritt von Kultusministerin Henzler verändert: Es gab einen offeneren Umgang und ein Klima des ernsthaften Austauschs von Argumenten. Wir hoffen, dass das erhalten bleibt, denn die inhaltlichen Kontroversen sind schwierig genug. Packen wir die nächsten vier Jahre mit neuer Energie an!
Angela Scheffels
Angela Scheffels leitet das Referat Mitbestimmung im GEW-Landesvorstand
und wurde als Vorsitzende des HPRLL wiedergewählt.









