HLZ-Titelthema: Personalratswahlen – GEW wählen | Kommentar
Kategorie: HLZ

 

Vom: 10.05.12

Am 22. und 23. Mai 2012 finden in Hessen Personalratswahlen statt. Völlig klar: Wählen gehen – und zwar die GEW. Wir brauchen GEW-Personalräte auf allen Ebenen: in den Schulen, bei den Staatlichen Schulämtern und beim Hessischen Kultusministerium. Wir brauchen Personalräte, die sich einmischen, die ihre Rechte wahrnehmen, die die Kolleginnen und Kollegen aktiv vertreten. Personalratsarbeit ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit und häufig kein Spaziergang: sich um Belange, Rechte und Interessen der Kolleginnen und Kollegen kümmern, in Konflikten zwischen Kollegium und Schulleitung nach Lösungen suchen, Initiativen im Interesse der Kollegien auf den Weg bringen, auf gleiche Behandlung aller achten und und und …

Personalräte bringen Transparenz in schulische Diskussionen. Sie müssen von der Schulleiterin oder dem Schulleiter über alle Vorgänge unterrichtet werden, die die Beschäftigten wesentlich berühren. Dabei wissen wir, dass viele Schulpersonalräte um diese verbrieften Rechte immer wieder kämpfen müssen.

Personalräte können aber nicht frei schwebend agieren. Sie brauchen die Unterstützung durch die Diskussionen in den Kollegien, in den Kreis- und Bezirksverbänden der GEW und im GEW-Landesvorstand.

Kolleginnen und Kollegen mit besonderen Kompetenzen greifen in den Fach- und Personengruppen der GEW spezifische Probleme auf, um sie zu bearbeiten, politisch zu bewerten und daraus Vorschläge für Personalräte zu entwickeln. Ohne diese Unterstützung wäre die Arbeit gerade auf Landesebene im Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer und im  Hauptpersonalrat der Kultusverwaltung nicht möglich. Wer könnte sonst all die Felder beackern und ein Gegengewicht gegen eine hauptamtliche Bildungsverwaltung in Ministerien, Ämtern und Behörden bilden?

Dieser Aspekt ist noch viel wichtiger geworden, weil das Kultusministerium mit Nachdruck die Entwicklung einer „selbstständigen Schule" vorantreibt. Weil wir nicht wollen, dass Personalräte vereinzelt agieren und sich atomisiert mit neuen Herausforderungen herumschlagen müssen, nimmt die GEW diese Aufgabe an und organisiert den Austausch von Informationen und Erfahrungen.

Das Gleiche gilt natürlich für den Austausch zwischen den Hauptpersonalräten, den Gesamt- und Schulpersonalräten und den Personalräten an den Studienseminaren, der von der GEW-Seite immer wieder vorangetrieben wird. Aber auch in den Hauptpersonalräten wären viele qualifizierte Vorlagen, Initiativen und Aktivitäten ohne die direkte Anbindung an die GEW, ohne ihre Zuarbeit und ihre Diskussionskultur nicht möglich.

Ob Lehrerbildung oder Inklusion, ob Privatisierung oder Unterrichtsentwicklung, ob Tarifrechte oder Arbeitsschutz: Hier zeigt sich die Stärke der GEW, die die ganze Bandbreite der Beschäftigten im Bildungsbereich organisiert. Sie bündelt die gemeinsamen und die spezifischen Interessen der Beschäftigten, der tarifbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und der Beamtinnen und Beamten, der Lehrkräfte in allen Schulformen, der sozialpädagogischen Fachkräfte, der Ausbilderinnen und Ausbilder und der Beschäftigten in der Schulaufsicht.

Die vielen Informationsmaterialien, Handreichungen und Tagungen, mit denen die GEW ihre Vertrauensleute und die Personalräte unterstützt, sind nur mit einer großen Organisation möglich. Die große politische, pädagogische und juristische Kompetenz der GEW ist die beste Gewähr, dass niemand mit seinen Aufgaben als Personalrat alleine steht, dass es in allen Bereichen eine Unterstützung gibt. Deshalb ist es wichtig, bei der Personalratswahl die GEW und ihre Mitglieder in den Personalratsvertretungen weiter zu stärken.

Deshalb: Position beziehen für bessere Arbeitsbedingungen, für die Rechte der Beschäftigten und gegen Arbeitgeberwillkür – GEW wählen!

Angela Scheffels