Jobsuche statt Referendariat
Category: Referendariat

 

Vom: 01.12.04

In der Regel erfährt die Öffentlichkeit nichts über die Beweggründe, warum Bewerbungen um eine Stelle im Referendariat zurückgezogen werden. Die HLZ veröffentlicht im Wortlaut eine Absage. Der Verfasser ist der Redaktion bekannt.

„Nach reiflicher Überlegung und intensiver Prüfung beziehungsweise Abwägung aller Alternativen trete ich hiermit vom Vorbereitungsdienst für das Lehramt an beruflichen Schulen zurück. Ich werde den Dienst somit nicht wie vorgesehen am 1. 11. 2004 antreten und meinen Platz für eine/n andere/n Bewerber/in frei machen. Vielmehr möchte ich meine Bewerbung für die Dauer von zwei Jahren zurückstellen. Der Einstellungstermin wäre dann der 1. 11. 2006.

Ich hoffe, dass sich meine finanzielle Lage bis dahin verbessert, damit ich mir diese Ausbildung auch wirklich leisten kann.

Momentan sehe ich keine Chance, mit den heutigen Anwärterbezügen von 1.041,64 Euro brutto meine Kosten für Miete, Krankenversicherung, Monatsticket für den Nahverkehr, Rate zur Rückzahlung des Bafögs, GEZ-Gebühr, sonstige Versicherungen, Lebensmittel, Kleidung, Praxisgebühr, Arbeits- und Lernmaterialien etc. decken zu können. Da auch die Möglichkeiten, neben dem Referendariat zu arbeiten, vom Gesetzgeber sehr eingeschränkt wurden, bleibt mir keine andere Wahl, als mir vorerst einen Job zu suchen, um zu arbeiten. Damit schaffe ich mir die Möglichkeit, Geld zur Seite zu legen, und die Ausbildung später mit einem finanziellen Polster zu beginnen.

Mir ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. Ich hoffe, Ihnen nicht zu große Umstände zu bereiten und auf Ihr Verständnis für meine derzeitige Situation. Leider konnte ich Ihnen diese Entscheidung nicht früher mitteilen, da ich bis zuletzt hoffte, eine Lösung zu finden. Meine Entscheidung ist jetzt jedoch definitiv getroffen.“